Südafrika: Hohe Zahl an Omikron-Infektionen, aber wenig Symptome

Hohe Zahl an Infektionen, aber wenig Symptome

Ein Gespräch mit dem Virologen Wolfgang Preiser von der Stellenbosch Universität, Südafrika

Jochen Erdmenger. Onlinefassung: Rick Reitler   21.12.2021 | 08:25 Uhr

Nach Beobachtung des Virologen Wolfgang Preiser, der die Omikron-Variante in Südafrika mitentdeckt hat, schafft es dieses Virus zwar sehr gut, den Immunschutz zu unterlaufen - eine "medizinische Katastrophe" aber sei vor Ort nicht erkennbar. Ein Interview.

Der Virologe Wolfgang Preiser von der Stellenbosch Universität in der Nähe von Kapstadt (Südafrika) gehört zu jenem Forschungskonsortium, das die Corona-Virusvariante "Omikron" entdeckt hat.

"Nicht die Fülle an schwerkranken Patienten"

"Die wichtigste Nachricht ist, dass wir nicht die Fülle an schwerkranken Patienten sehen, die wir befürchtet hatten", sagte Preiser im Gespräch mit SR-Moderator Jochen Erdmenger. Es gebe zwar "eine unglaubliche Zahl an Infektionen", aber bei vielen Menschen, die in Quarantäne geschickt würden, zeigten sich keine Symptome. Das beobachte man auch beim medizinischen Personal. "Um die Funktionsfähigkeit des Gesundheitswesens aufrecht zu erhalten", gebe es deshalb Bestrebungen, die Quarantäne für Omikron-positive "ganz abzuschaffen und die Isolierdauer zu verkürzen".

"Medizinische Katastrophe" nicht zu sehen

Die südafrikanischen Behörden gingen davon aus, dass wahrscheinlich schon über 70 Prozent der Bevölkerung eine Infektion mit dem Sars-Corona-Virus durchgemacht hätten und dadurch oder durch die Impfung schon eine gewisse Immunität aufgebaut hätten, sagte Preiser. Die Omikron-Variante schaffe es wohl, diesen Immunschutz selbst bei zwei- oder dreifach Geimpften "sehr gut zu unterlaufen" - eine "medizinische Katastrophe" aber sei bislang nicht zu sehen.


Ein Thema u. a. in der Sendung "Der Morgen" am 21.12.2021 auf SR 2 KulturRadio. Das Bild ganz oben zeigt den Virologen Wolfgang Preiser (Foto: picture alliance/dpa | Christoph Soeder).

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