Walbestände noch immer unter Druck

Walbestände noch immer unter Druck

Ein Gespräch mit Dr. Philipp Kanstinger, WWF Deutschland, über die Situation der Wale in den Weltmeeren

Sally-Charell Delin. Onlinefassung: Rick Reitler  

In den vergangenen Jahrzehnten seit dem Verbot des Walfangs haben sich die Bestände in den Weltmeeren wieder etwas erholt. Der Meeresbiologe Dr. Philipp Kanstinger fordert trotzdem größere Schutzzonen, denn zu viele neue Bedrohungen machten den Tieren das Leben wieder schwer.

75 Jahre ist es her, dass das "Internationale Übereinkommen zur Regelung des Walfangs" beschlossen wurde: Ziel war es damals, die Gefährdung von Walarten insbesondere durch die kommerzielle Jagd zu vermeiden. 1986 wurde der Walfang sogar generell verboten. "Seitdem haben sich viele der Großwale wieder etwas erholt", sagte Dr. Philipp Kanstinger, Meeresbiologe beim WWF Deutschland, im Gespräch mit SR-Moderatorin Sally-Charell Delin.

Neue Bedrohungen

Inzwischen seien aber "neue Bedrohungen" dazu gekommen, etwa Plastikmüll oder Quecksilber. Auch Erdöl-Bohrarbeiten und der zunehmende Schiffsverkehr, beispielsweise in der früheren Ruheregion Arktis, mache den Walen durch den Lärm der Motoren oder durch Kollisionen zu schaffen.

Für "große Schutzgebiete"

Zudem könnten sich die meisten Wale und Delphine "schlecht an den Klimawandel anpassen", sagte Kanstinger: Wo die meist auf Wanderschaft befindlichen Meeressäuger früher zum Fressen geschwommen seien, sei das Nahrungsangebot nicht mehr groß genug. Deshalb würden manche Wale sogar verhungern, sagte Kanstinger. Er forderte u. a. die Einrichtung von "großen Schutzgebieten im Meer".


Ein Thema in der Sendung "Der Nachmittag" am 02.12.2021 auf SR 2 KulturRadio. Das Bild ganz oben zeigt einen Zwergwal, der in einem Hafen von einem Schiff geladen wird (Foto: picture alliance/dpa/kyodo).

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