Gelände, auf dem der neue Bahnhof in Saarwellingen entstehen könnte. (Foto: Lena Schmidtke/SR)

Saarwellingen will neues Mobilitätskonzept

Ein Beitrag zur ARD-Themenwoche "Stadt. Land. Wandel – Wo ist die Zukunft zu Hause?"

Lena Schmidtke. Onlinefassung: Rick Reitler   12.11.2021 | 07:20 Uhr

Ländliche Gegenden haben in Sachen ÖPNV oft nicht viel zu bieten. Ohne Auto geht's kaum. Das soll sich ändern, zumindest in Saarwellingen. Hier soll ein neues Mobilitätskonzept her. SR-Reporterin Lena Schmidtke hat sich das genauer angesehen.

Einfach aus dem Haus gehen, schnell mal in die Bahn oder den Bus springen und in 15 Minuten am gewünschten Ort sein – das geht in vielen Großstädten. Im Dorf heißt es eher: zur zwei Kilometer entfernten Haltestelle latschen, 40 Minuten auf den nächsten Anschluss warten und dann zwei- bis dreimal umsteigen. Falls überhaupt ein Bus oder eine Bahn fährt...

Züge, Busse und Fahrräder

Visionen aus Saarwellingen
Audio [SR 2, Lena Schmidtke, 12.11.2021, Länge: 03:16 Min.]
Visionen aus Saarwellingen

Ländliche Gegenden sind in Sachen ÖPNV oft ziemlich abgehängt. Ohne Auto geht's kaum – obwohl das deutlich mehr CO2 bedeutet. Das soll sich ändern, zumindest in der Gemeinde Saarwellingen. Hier gibt es ein neues Mobilitätskonzept. Auf dem alten Bahnhofsgelände soll nach den Vorstellungen von Bürgermeister Manfred Schwinn ein Gebäude mit einem Fahrradparkhaus und mit Elektroladesäulen für Autos und Busse - möglicherweise irgendwann sogar autonom fahrende Busse - entstehen.

Anschluss für Campus Nobel

Die E-Busse sollen dann auch den Campus Nobel ansteuern. Über 200 Wohnhäuser stehen auf dem Gelände, die zurezeit aber nicht an den Linienverkehr angebunden sind. Auch das soll sich ändern. Verhandlungen mit den Kreisverkehrsbetrieben Saarlouis hat es schon gegeben, mit dem Anschluss an den Linienverkehr hat es aber nicht geklappt, "weil es sich einfach nicht von den Kosten her darstellt", räumt Schwinn ein.

Bund und Bahn müssen mitziehen

Sein Konzept ist u. a. auch davon abhängig, ob die Strecke der alten Primstalbahn am geplanten Bahnhof wieder für den Personenverkehr in Betrieb genommen wird – das ist aber Sache von Bund und Bahn.

Auch Land, Bund und EU gefragt

Und auch ohne Subventionen könnte Schwinns Plan ein Traum bleiben. "Hier fordere ich mal Taten nach vielen Worten von Bund und Land" sagt Schwinn, "wenn ich eine saubere Umwelt haben will, muss jeder seinen Anteil tragen. So ein Projekt geht nur mit Kommune, Land, Bund und EU."

Fahrradwege ertüchtigen

Teilaspekte von Schwinns Konzept wären trotzdem umsetzbar: Zum Beispiel will er die Radwege ausbauen. "Zumindest mal die Kennzeichnung von Fahrradwegen und -spuren trägt schon zur Sicherheit der Fahrradfahrer bei. Das ist das Minimum", sagt Schwinn. "Die Bahnhofstraße soll saniert werden, da gibt’s Fahrradwege, die sind nicht mehr modern. Hier wird dann alles erneuert."


Dossier:

7. bis 13. November 2021 Stadt. Land. Wandel.
Die ARD-Themenwoche 2021 auf SR 2
Vom 7. bis zum 13. November beteiligte sich auch SR 2 KulturRadio an der 16. ARD-Themenwoche "Stadt.Land.Wandel – Wo ist die Zukunft zu Hause?". Ein Dossier.


Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" am 12.11.2021 auf SR 2 KulturRadio. Das Bild ganz oben zeigt das Gelände, auf dem der neue Bahnhof in Saarwellingen entstehen könnte (Foto: Lena Schmidtke).

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