COP26: Viele Absichtserklärungen - doch nicht alle ziehen mit

Viele Absichtserklärungen - doch nicht alle machen mit

Ein Gespräch mit ARD-Korrespondentin Imke Köhler zum Zwischenstand der Weltklimakonferenz COP26 in Glasgow am Morgen des 5. November 2021

Sonja Marx. Onlinefassung: Rick Reitler   05.11.2021 | 07:55 Uhr

Auch am fünften Tag der Weltklimakonferenz von Glasgow sind einige Beschlüsse getroffen worden - u. a. über den Rückzug von fossilen Energieträgern und über die Reduktion von Methangas-Emissionen. Die größten Emittenten aber wollten dabei nicht mitmachen, erklärte ARD-Korrespondentin Imke Köhler im SR-Interview.

Beim Weltklimagipfel "COP26" in Glasgow haben am 4. November 40 Teilnehmerstaaten angekündigt, in den 2030er oder 2040er Jahren vollständig aus der Kohleenergie aussteigen zu wollen. Mit China, Indien, den USA und Australien aber hätten sich die größten Kohleverbraucher der Welt dem Versprechen nicht angeschlossen, bestätigte ARD-Korrespondentin Imke Köhler im Gespräch mit SR-Moderatorin Sonja Marx. Zudem seien aus Sicht von Umweltverbänden die angepeilten Ausstiegsfristen zu lang.

Immer mehr Zwang zu erneuerbaren Energien

Dass die USA und 18 weitere Länder dagegen bekräftigt hätten, die Nutzung fossiler Energien im Ausland nicht mehr finanzieren zu wollen, sei ein "wichtiger Beschluss" und werde einen "großen Effekt" bringen, sagte Köhler, denn darunter falle nun auch der Umgang mit Öl und Gas. "Das bedeutet, dass da die Geldströme austrocknen, wenn diese internationalen Investoren nicht mehr da sind". Das werde immer mehr Länder "zwingen, dann auch grün umzusteigen und auf erneuerbare Energien umzusatteln", meint Köhler.

Kampf gegen Methan

Köhler begrüßte auch "die gute Initiative", die deutlich klimaschädlicheren Methangas-Emissionen aus der Erdgas-Produktion, der Rinderzucht, dem Reis-Anbau und aus Müllhalden bis zum Jahr 2030 um 30 Prozent freiwillig zu reduzieren. "Aber auch hier sind leider große Emittenten nicht mit dabei: Russland, China und Indien", bedauerte Köhler. Zudem sei bislang nicht genau festgelegt worden, wie die Länder ihren Methan-Ausstoß in der Praxis minimieren wollten.

Hinter all den Absichtserklärungen sehe sie außerdem noch ein großes Fragezeichen: "Passiert das wirklich alles - und das auch schnell genug?"


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Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" am 05.11.2021 auf SR 2 KulturRadio. Das Symbolbild ganz oben zeigt einige maskierte Delegierte beim UN-Klimagipfel COP26 in Glasgow (Foto: picture alliance/dpa/AP pool | Alberto Pezzali).

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