Warum das Wort "Rasse" im Grundgesetz bleiben sollte

Warum das Wort "Rasse" im Grundgesetz bleiben sollte

Ein Gespräch mit Dr. Emilia Roig, die Direktorin und Gründerin des Center for Intersectional Justice

Roland Kunz. Onlinefassung: Rick Reitler   19.10.2021 | 14:35 Uhr

Dr. Emilia Roig, die Direktorin und Gründerin des Center for Intersectional Justice, hält es für problematisch, das Wort "Rasse" aus Artikel 3 des deutschen Grundgesetzes zu entfernen. Denn immerhin weise der Begriff auf ein abzulehnendes "Konstrukt" hin, so Roig im SR-Interview.

Genau vor einem Jahr hatte die GroKo auf Betreiben der Grünen in Berlin beschlossen, das Wort "Rasse" aus dem Grundgesetz zu streichen. Doch in Artikel 3 der aktuellen Ausgabe des Grundgesetzes heißt es noch immer: "Niemand darf wegen [...] seiner Rasse [...] benachteiligt oder bevorzugt werden."

Soziale Kategorie, menschliches Konstrukt

Dr. Emilia Roig, die Direktorin und Gründerin des Center for Intersectional Justice und Autorin des Buches "Why we matter. Das Ende der Unterdrückung" hält es für problematisch, das Wort zu streichen. Seine Verwendung bedeute nicht, dass man die Existenz von Rassen bestätige. Vielmehr erkenne man damit an, dass die soziale Kategorie "Rasse" nach wie vor Diskriminierung produziere. Rassen seien Konstrukte, keine biologischen Wahrheit, so Roig im Gespräch mit SR-Moderator Roland Kunz.


Ein Thema in der Sendung "Der Nachmittag" am 19.10.2021 auf SR 2 KulturRadio. Das Bild ganz oben zeigt einen Stapel der Printausgabe des "Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland" (Foto: Pixabay/Reisefreiheit).

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