wims grenzenlos. Fränzösische Grenze mit Straßenschild (Foto: SR)

"Auch in künftigen Krisenfällen gemeinsam handeln können"

Ein Gespräch mit Prof. Florian Weber, Experte für Europastudien an der Universität des Saarlandes, über grenzüberschreitende Corona-Maßnahmen in der Großregion

Roland Kunz. Onlinefassung: Rick Reitler   28.09.2021 | 14:00 Uhr

Prof. Florian Weber, Experte für Europastudien an der Saar-Uni, hat im SR-Interview an die Grenzschließungen vom Frühjahr 2020 erinnert. Gerade im Kulturbereich sei durch die Corona-Verordnungen damals mache Lebensgrundlage in Frage gestellt worden. Nun gehe es darum, Lösungen für künftige Krisen zu finden.

Im Zuge der Corona-Krise hatte die Politik entschieden, ein spätestens seit Schengen heiliges Tabu zu brechen: Es kam im Frühjahr 2020 mitten in der EU wieder zu Grenzschließungen und -kontrollen. Auch in der Region SaarLorLux.

Zwischen Ressentiment und Solidarität

"Die Kooperation wurde allgemein zum Erliegen gebracht", erinnert sich Florian Weber, Juniorprofessor für Europastudien an der Universität des Saarlandes, im Gespräch mit SR-Moderator Roland Kunz.

Im Interview: Prof. Florian Weber
Audio [SR 2, Roland Kunz / Prof. Florian Weber, 28.09.2021, Länge: 04:48 Min.]
Im Interview: Prof. Florian Weber

Gerade im Kulturbereich sei mache Lebensgrundlage in Frage gestellt worden - zum Beispiel im Fall des Liedermachers Marcel Adam. Außerdem sei es zu Schmierereien und Beschimpfungen, aber auch zu Solidaritätsbekundungen gekommen. "Dann wurden neue Wege gefunden, um eben auch wieder ins Gespräch zu kommen", räumte Weber ein. Eine große Rolle bei der Wiederaufnahme des grenzüberschreitenden Austauschs habe die Digitalisierung gespielt.

Aus der Krise lernen

Augenblicklich und für die Zukunft gehe es darum, aus dem Erlebten zu lernen und Lösungen zu finden, um "auch in künftigen Krisenfällen gemeinsam handeln" zu können, forderte Weber.


Florian Weber (Foto: Privat)
Prof. Florian Weber (Foto: privat)

Hintergrund

Vortrag: Prof. Florian Weber
zum Thema "
SaarLorLux – grenzenlos und eng verflochten?!"

Dienstag, 28. September 2021, 18.00 Uhr
Aula der Universität des Saarlandes (Geb. A3 3), Saarbrücken

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, eine Online-Anmeldung zwingend erforderlich.

Anmeldung/Kontakt: www.unigesellschaft-saarland.de


Ein Thema in der Sendung "Der Nachmittag" am 28.09.2021 auf SR 2 KulturRadio. Das Bild ganz oben zeigt einen Grenzübergang nach Frankreich (Archivfoto: SR Fernsehen).

Artikel mit anderen teilen

Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja