Parteien im Endspurt - die Linke

Die Linke

Ein Gespräch mit Uwe Jahn aus dem ARD-Hauptstadtstudio zur Situation der Linkspartei vor der Bundestagswahl

Jochen Erdmenger. Onlinefassung: Rick Reitler   10.09.2021 | 08:45 Uhr

Die Partei "Die Linke" setzt im Wahlkampf vor allem auf soziale Themen wie Rente, Mindestlohn und Kinder-Grundsicherung - kann damit aber offensichtlich nicht besonders viele Menschen für sich begeistern. Warum eigentlich? Ein Interview mit Hauptstadt-Korrespondent Uwe Jahn.

Die Partei Die Linke setzt im Wahlkampf vor allem auf einen höheren Mindestlohn, eine höhere und frühere Rente und eine Kinder-Grundsicherung. Gleichwohl kommt die Linkspartei nach dem ARD Deutschlandtrend von Anfang September derzeit nur knapp über die Fünf-Prozent-Hürde.

Diverse Gründe

Dass die Partei um Janine Wissler und Dietmar Bartsch so wenig in der Wählerschaft punkten kann, hat nach Ansicht von Hauptstadt-Korrespondent Uwe Jahn vor allem drei Gründe: Erstens werde zurzeit weniger ein Themen- als ein Kanzlerwahlkampf geführt, zweitens habe Die Linke den Ruf einer gewissen "Unzuverlässigkeit" und drittens erwecke mit Sahra Wagenkecht eine der wichtigsten Köpfe den Eindruck, dass sie ihre eigene Partei im Moment "nicht leiden" könne, so Jahn im Gespräch mit SR-Moderator Jochen Erdmenger.

Fundamentalopposition gegen NATO

Zudem sei Die Linke nicht unbedingt ein Wunsch-Koalitionspartner der größeren Parteien: "Wenn es eine Links-Mitte-Mehrheit geben würde, wäre die einigermaßen knapp", sagte Jahn. Damit sei zu befürchten, dass so eine Koalition nicht immer die erforderlichen Mehrheiten im Bundestag zusammen bekäme - zum Beispiel, was das Thema NATO angehe. Hier verfolge die Linke ja einen Kurs der"Fundamentalopposition". Eine rot-rot-grüne Bundesregierung halte er deshalb momentan "eher für unwahrscheinlich", sagte Jahn.


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Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" am 10.09.2021 auf SR 2 KulturRadio. Das Bild ganz oben zeigt Werbe-Fähnchen der Partei Die Linke - Foto: picture alliance / Matthias Balk/dpa | Matthias Balk.

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