Ein Schwangerschaftsbauch und eine Flasche Wein (Foto: SR Fernsehen)

Über Hilfsangebote für alkoholgeschädigte Kinder

Ein Gespräch mit der Diplompsychologin Corinna Oswald vom Projekt "Wiesel" des Caritasverbands Schaumberg-Blies, zum "Tag des alkoholgeschädigten Kindes"

Jochen Erdmenger. Onlinefassung: Rick Reitler   09.09.2021 | 08:45 Uhr

Kinder, die schon im Mutterleib Alkohol ausgesetzt waren, haben später häufig Probleme, ihren Alltag zu bewältigen. Im SR-Interview erläutert die Diplompsychologin Corinna Oswald die Hintergründe und wirbt für die Nutzung der vielfältigen Präventions- und Hilfsangebote.

In Deutschland werden jährlich rund 10.000, im Saarland rund 140 Babys mit einer sogenannten "Fetalen Alkoholspektrumsstörung", kurz FASD, geboren. Auf die Folgen von Alkoholmissbrauch insbesondere in der Schwangerschaft will der "Tag des alkoholgeschädigten Kindes" am 9. September aufmerksam machen.

Schwere Schäden drohen

Über Hilfsangebote für alkoholgeschädigte Kinder
Audio [SR 2, Jochen Erdmenger / Corinna Oswald, 09.09.2021, Länge: 06:36 Min.]
Über Hilfsangebote für alkoholgeschädigte Kinder

"Am gravierendsten sind die Schäden im neurologischen Bereich", erklärte die Diplompsychologin Corinna Oswald vom Hilfsprojekt "Wiesel" des Caritasverbands Schaumberg im Gespräch mit SR-Moderator Jochen Erdmenger. Die betroffenen Kinder hätten häufig Probleme, ihr Verhalten zu kontrollieren, seien stimmungslabil oder litten unter kognitiven Einschränkungen. "Sie haben ein ganz großes Problem mit abstrakten Dingen wie Zahlen, Geld, Zeit umzugehen und sie können sehr schwer Handlungen planen", erklärte Oswald.

Krank oder unwissend?

Dabei gehe sie davon aus, dass keine werdende Mutter ihr Kind "willentlich und wissentllich" schädige, sondern manche Schwangere eben alkoholkrank sei oder nichts über die Folgen ihres Alkoholkonsums wisse.

Vielfältige Hilfsangebote

Die Gesamtlage habe sich in der Corona-Krise verschärft, insbesondere während des Lockdowns. Beratungs- und Hilfsangebote für betroffene Kinder, bei denen das Aufwachsen in einer suchtbelasteten Familie im Mittelpunkt stehe, existierten in vielfältiger Form als Gruppentreffen oder per Einzelberatung. Als mögliche Anlaufstellen nannte Oswald die Suchtberatungsstelle oder die Kinder- und Jugendhilfe.

Kontakt:

Caritasverband Schaumberg-Blies e.V.
Hüttenbergstraße 42
66538 Neunkirchen

Fon: 06821 / 9209-0               
E-Mail: info@caritas-nk.de

Im Netz: https://www.caritas-schaumberg-blies.de


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Ein Thema u. a. in der Sendung "Der Morgen" am 09.09.2021 auf SR 2 KulturRadio. Das Bild ganz oben zeigt einen Schwangerschaftsbauch und eine Flasche Wein (Foto: SR Fernsehen).

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