Wahlkampf-Triell: Laschet und Baerbock angriffslustig, Scholz eher zurückhaltend

Laschet und Baerbock angriffslustig, Scholz eher zurückhaltend

Ein Gespräch mit dem Politikwissenschaftler Prof. Dr. Tilmann Mayer vom Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie in Bonn nach dem RTL-"Triell" der drei Kanzlerkandidaten

Katrin Aue. Onlinefassung: Rick Reitler   30.08.2021 | 12:45 Uhr

Annalena Baerbock, Armin Laschet und Olaf Scholz haben sich am Sonntag auf RTL ihr erstes gemeinsames Live-Wortgefecht vor der Bundestagswahl geliefert. Wer konnte punkten, wer fiel eher ab? Eine Analyse von Parteienforscher Prof. Tilman Mayer.

Am Abend des 29. August 2021 haben sich die drei Kanzlerkandidaten Annalena Baerbock, Armin Laschet und Olaf Scholz auf RTL ihr erstes gemeinsames Live-Wortgefecht vor der Bundestagswahl geliefert. Auch der Parteienforscher Prof. Dr. Tilman Mayer vom Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie in Bonn saß gebannt vor dem Fernseher.

Armin Laschet

Seiner Meinung nach habe der relativ angriffslustige Christdemokrat Laschet nach den starken Umfrageverlusten der vergangenen Wochen durchaus alte und neue Wähler mobilisieren können, was angesichts einer möglichen rot-rot-grünen Koalition, "die doch die Republik massiv verändern würde", auch wichtig für Union und FDP gewesen sei.

Annalena Baerbock

Die grüne Spitzenkandidatin Annalena Baerbock habe nach den vielen Querelen der vergangenen Wochen mit ihren ähnlich angriffslustigen und sehr selbstbewussten Äußerungen wohl ebenfalls wieder Wählerstimmen mobilieren oder sogar neu gewinnen können - gerade mit "ihrem Thema" Klimapolitik. "Sie stand sozusagen in der Mitte und hat viel daraus gemacht", stellte Mayer fest.

Olaf Scholz

"Vielleicht ein bisschen zu wenig ausdrucksstark" sei dagegen der zuletzt umfragestarke, betont seriös und integer erscheinende Sozialdemokrat Olaf Scholz aufgetreten. "Er hätte noch ein bisschen mehr aus sich machen müssen", kritisierte Mayer. Es sei allerdings wohl kein Zufall, dass die SPD im Wahlkampf beinahe ausschließlich auf Scholz setze, denn "die ganzen Figuren der SPD, insbesondere zum Beispiel auch die Vorsitzende" würden andernfalls "die 'Tour' von Olaf Scholz eigentlich eher belasten". Der "Widerspruch zwischen Kandidat und Partei" sei in der SPD jedenfalls "besonders stark".


Ein Thema u. a. in der Sendung "Bilanz am Mittag" am 30.08.2021 auf SR 2 KulturRadio. Das Bild ganz oben zeigt Menschen vor dem Fernseher, die das Wahl-Triell von RTL am 29. August 2021 verfolgen (Foto: picture alliance/dpa | Philipp von Ditfurth).

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