Afghanistan-Debakel: Viele Fragen bleiben offen

Viele Fragen bleiben offen

Ein Gespräch mit ARD-Korrespondent Kai Küstner nach der Bundestagssondersitzung zum Thema Afghanistan

Jochen Marmit. Onlinefassung: Rick Reitler   26.08.2021 | 07:45 Uhr

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich bei ihrer letzten Regierungserklärung am 25. August zwar "betroffen" über das Debakel in Afghanistan gezeigt, aber in keiner Weise "reumütig" - so die Einschätzung von ARD-Hauptstadt-Korrespondent Kai Küstner. Wie das Thema aufgearbeitet werden solle, bleibe unklar. Ein Interview.

"Die Entwicklungen der letzten Tage sind furchtbar": Mit diesen Worten hat Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer Regierungserklärung vom 25. August 2021 die Lage in Afghanistan umrissen. Nach Einschätzung von ARD-Hauptstadt-Korrespondent Kai Küstner habe sich die Kanzlerin bei ihrer Rede zwar "betroffen", aber in keiner Weise "reumütig" gezeigt.

Die Verantwirtung der anderen

Die Fehleinschätzungen zur Lage habe Merkel hauptsächlich bei anderen ausgemacht - zum Beispiel "bei den afghanischen Sicherheitskräften, womöglich auch in der afghanischen Kultur", sagte Küstner im Gespräch mit SR-Moderator Jochen Marmit. Überhaupt habe die Kanzlerin in all den Jahren immer "so gut es ging versucht, sich von diesem Thema fernzuhalten".

Hoffnung für Schutzbedürftige

Dass Ortskräfte oder Schutzbedürftige auch noch nach dem 26. bzw. 31. August von der Bundeswehr ausgeflogen werden könnten, hält Küstner nicht für völlig ausgeschlossen: Nach einem Twitter-Tweet des deutschen Verhandlungsführers Markus Potzel bestehe wohl durchaus Hoffnung, dass die Taliban auch noch danach Fluchtwillige ausreisen lassen könnten, sagte Küstner.

Aufarbeitung erst nach der Wahl

Während Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) versprochen habe, das Debakel "aufzuarbeiten", sei aber nach wie vor unklar, ob dafür nun ein Untersuchungsauschuss oder lediglich eine Enquete-Kommission eingerichtet werden solle, stellte Küstner klar. Diese Frage sei wahrscheinlich erst nach der Bundestagswahl vom 26. September ein Thema.


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Ein Thema u. a. in der Sendung "Der Morgen" am 26.08.2021 auf SR 2 KulturRadio. Das Bild ganz oben zeigt Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrer Regierungserklärung am 25. August 2021 zur Lage in Afghanistan (Foto: picture alliance/dpa | Michael Kappeler).

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