Kramp-Karrenbauer und Maas "ganz sicher sehr unter Feuer"

Kramp-Karrenbauer und Maas "ganz sicher sehr unter Feuer"

Ein Gespräch mit ARD-Korrespondent Georg Schwarte vor der Bundestagssondersitzung u. a. zum Thema Afghanistan

Jochen Marmit. Onlinefassung: Rick Reitler   25.08.2021 | 07:45 Uhr

"Das Ganze hier ist nicht nur ein Kratzer im Lack, das ist 'ne dicke Delle in der Kanzlerinnenbiografie von Angla Merkel". ARD-Korrespondent Georg Schwarte sieht vor der Bundestagssondersitzung angesichts der Lage in Afghanistan vor allem die saarländischen Kabinettsmitglieder Kramp-Karrenbauer und Maas unter Druck. Ein Interview.

Bei der Bundestags-Sondersitzung am 25. August geht es um Afghanistan, um die Hochwasser-Folgen und um die Corona-Politik. Bundeskanzlerin Angela Merkel wird zudem eine Regierungserklärung zur Lage in Afghanistan abgeben - die letzte Regierungserklärung ihrer 16-jährigen Amtszeit überhaupt.

Verantwortung oder Schuld?

Für Hauptstadt-Korrespondent Georg Schwarte dürfte vor allem die politische Verantwortung der Minister Heiko Maas, Annegret Kramp-Karrenbauer und Horst Seehofer für Debatten sorgen, denn die Vorwürfe von Fehlern oder sogar Schuld stehe im Raum, meinte Schwarte im Gespräch mit SR-Moderator Jochen Marmit.

"Regierungserklärung in Moll"

Längst herrsche weitgehend Einigkeit darüber, dass der Aghanistan-Einsatz der Bundeswehr gescheitert sei. Von daher werde Merkels Rede wohl "eine Regierungserklärung in Moll" werden: "Das Ganze hier ist nicht nur ein Kratzer im Lack, das ist 'ne dicke Delle in der Kanzlerinnenbiografie von Angla Merkel".

AKK und Maas unter Druck

Besonders unter Druck stünden bei alldem die saarländischen Kabinettsmitglieder Kramp-Karrenbauer und Maas, die beide "ganz sicher sehr unter Feuer geraten" würden. Hinter der Zukunft der beiden stehe "ein großes Fragezeichen", so Schwarte.


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Ein Thema u. a. in der Sendung "Der Morgen" am 25.08.2021 auf SR 2 KulturRadio. Das Bild ganz oben zeigt eine Collage von Heiko Maas, Annegret Kramp-Karrenbauer und Taliban in Afghanistan (Fotos: dpa).

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