Impfflicht für Gesundheits- und Pflegekräfte in Frankreich (Foto: picture alliance / NurPhoto | Artur Widak)

Strengere Corona-Regeln in Kraft

Die französische Regierung verschärft ihre Corona-Regeln - Hunderttausende protestieren landesweit

Jochen Marmit, Sabine Wachs. Onlinefassung: Rick Reitler. Mit Informationen von SR.de   09.08.2021 | 07:15 Uhr

In Frankreich ist am 9. August eine Verschärfung der Corona-Restriktionen in Kraft getreten. Der "Pass sanitaire" ist nun für nahezu alle Dinge des öffentlichen Lebens Pflicht. Einige Vorschriften wurden nach landesweit massiven Protesten etwas gelockert.

Der Gesundheitspass ("pass sanitaire"), also der Nachweis einer vollständigen Impfung gegen Covid-19, einer vollständigen Genesung von der Krankheit oder eines negativen Tests, wird in großen Teilen des täglichen Lebens in Frankreich ab dem 9. August zur Pflicht. Er muss etwa beim Betreten von Restaurants und Cafés, Gesundheitseinrichtungen, manchen Einkaufszentren, Messen und Jahrmärkten sowie für Fernreisen in öffentlichen Verkehrsmitteln vorgezeigt werden.

Landesweiter Widerstand

Ab sofort strengere Corona-Regeln in Frankreich
Audio [SR 2, Jochen Marmit / Sabine Wachs, 09.08.2021, Länge: 02:54 Min.]
Ab sofort strengere Corona-Regeln in Frankreich
Im Gespräch mit SR-Moderator Jochen Marmit erläutert Paris-Korrespondentin Sabine Wachs den aktuellen Stand der Dinge.

Wegen landesweiter Proteste gegen die Verschärfung der Corona-Regeln hat die französische Regierung einige vorgesehene Maßnahmen wieder gelockert. Wie Gesundheitsminister Olivier Véran in einem Interview der Zeitung "Le Parisien" ankündigte, sollen negative Tests 72 Stunden gültig sein - statt der zunächst vorgesehenen 48 Stunden. Außerdem sollen neben Antigen- und Schnelltests auch Selbsttests unter medizinischer Aufsicht anerkannt werden.

Für Gesundheits- und Pflegekräfte sowie für Feuerwehrleute und andere Rettungskräfte gilt eine Impfpflicht. Die Beschäftigten müssen sich bis zum 15. September impfen lassen, andernfalls können sie freigestellt werden.

Süden Frankreichs Corona-Hochrisikogebiet

Der Süden Frankreichs gilt seit Sonntag als Corona-Hochrisikogebiet. Die Bundesregierung stufte die französischen Regionen Okzitanien, Provence-Alpes-Côte d'Azur sowie die Insel Korsika und auch die französischen Überseegebiete Guadeloupe, Martinique, Réunion, St. Martin und St. Barthélemy aufgrund gestiegener Ansteckungszahlen entsprechend ein. Rückkehrer, die nicht geimpft oder genesen sind, müssen damit in Deutschland in Quarantäne und können diese frühestens nach fünf Tagen durch einen negativen Test beenden.

Einreise, Urlaub oder Durchreise
Das gilt beim Grenzübertritt in der Großregion

Ab Montag strengere Corona-Regeln in Frankreich
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Ab Montag strengere Corona-Regeln in Frankreich
SR-Frankreich-Korrespondentin Sabine Wachs erläutert, was das im Einzelnen für jeden bedeutet, der sich in Frankreich aufhält, also auch für Urlauber.


Ein Thema u. a. in den SR-Hörfunknachrichten am 08.08.2021 und in "Der Morgen" am 09.08.2021 auf SR 2 KulturRadio. Das Bild ganz oben zeigt ein Hinweisschild für den "Pass sanitaire" in Frankreich (Foto: picture alliance / NurPhoto | Artur Widak).

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