G20: "Wichtig ist, dass wir ins Handeln kommen"

"Wichtig ist, dass wir ins Handeln kommen"

Ein Gespräch mit Prof. Mojib Latif, Geomar Helmholtz-Zentrum in Kiel, zum G20-Gipfel in Neapel

Katrin Aue. Onlinefassung: Rick Reitler   22.07.2021 | 12:28 Uhr

Obwohl Deutschland nur rund zwei Prozent zum weltweiten CO2-Ausstoß beiträgt - gegenüber 30 Prozent durch China und 15 Prozent durch die USA - sieht der Kieler Klimaforscher Prof. Mojib Latif die Dringlichkeit, die Energie- Agrar- und Verkehrswende hierzulande weit schneller umzusetzen als geplant.

Auf was müssen wir uns in puncto Klima in Zukunft einstellen und welche Konsequenzen müssen aus der Hochwasserkatastrophe in Deutschland gezogen werden? Anlässlich des Treffens der G20-Umwelt- und Klimaminister in Neapel am 22. und 23. Juli 2021 hat SR-Moderatorin Katrin Aue bei dem Klimaforscher Prof. Mojib Latif vom Geomar Helmholtz-Zentrum in Kiel nachgefragt.

Energie-, Verkehrs- und Agrarwende

Latif lehnt einen "Überbietungswettbewerb in Richtung der Ziele" ab: Weit wichtiger sei, dass "man endlich mal Maßnahmen beschließt" und "ins Handeln" komme. Die erneuerbaren Energien müssten "extrem gefördert" und der Verkehr "auf eine völlig neue Basis gestellt" werden, forderte Latif. Es brauche zudem "endlich mal ein konkretes Ausstiegsdatum für den Verbrennungsmotor" und einen "viel früheren Kohleausstieg". Latif geht davon aus, dass künftig deutlich mehr Stromkraft benötig werden wird. Neben der Energie- und Verkehrswende bedürfe es auch einer Agrarwende inklusive Schutz der Regenwälder.

Glaubwürdigkeit wahren

Von China und den USA verlangte er "ein starkes Commitment", auch etwas zu tun. Dann müsse die EU "nachziehen". Während China etwa 30 Prozent und die USA rund 15 Prozent aller CO2-Emissionen ausmachten, liege Deutschland global nur bei rund zwei Prozent. Das ist nach Ansicht von Latif "pro Kopf" immer noch zu viel. Immerhin gehe es auch um die "Glaubwürdigkeit" auf dem internationalen Parkett.


Ein Thema u. a. in der Sendung "Bilanz am Mittag" am 22.07.2021 auf SR 2 KulturRadio. Das Bild ganz oben zeigt Windräder in Deutschland (Archivfoto: SR Fernsehen).

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