Fahrradpolitik im Saarland: "Es tut sich was"

"Es tut sich was"

Ein Gespräch mit Niklas Resch vom SR-Rechercheteam zum Thema Fahrrad-Offensive im Saarland

Sonja Marx, Niklas Resch. Onlinefassung: Rick Reitler   05.07.2021 | 08:25 Uhr

Für Niklas Rech vom SR-Rechercheteam ist das Saarland inzwischen auf einem guten Weg, um den Fahrradverkehr nach vorne zu bringen. Probleme bereiteten nicht nur die Versäumnisse der vergangenen Jahrzehnte, sondern auch die bürokratischen Vorgaben, so Resch im SR-Interview.

Die Saarländer und Saarländerinnen sind im Bundesvergleich "Fahrradmuffel" – nur bei zwei Prozent des Alltagsverkehrs wird das Rad genutzt. "Das Saarland hängt in vielen Bereichen im Vergleich zu anderen Bundesländern hinterher", stellte Niklas Rech vom SR-Rechercheteam im Gespräch mit SR-Moderatorin Sonja Marx fest, "aber es ist auch ganz klar: Gleichzeitig tut sich was".

Hindernis Bürokratie

Zurzeit arbeiteten rund 30 saarländische Kommunen an neuen Radwegekonzepten, um die Ortsteile besser miteinander zu verbinden oder um die Ortsdurchfahrten für den Radverkehr sicherer zu gestalten. Das größte Problem seien derzeit die großen Lücken im Radwegenetz: "Viele Wege landen einfach im Nix", so Resch. Das liege auch an den vielen "bürokratischen Vorgaben im Planungsrecht", mit denen die Kommunen zu kämpfen hätten. Sie machten häufig einen "jahrelangen Vorlauf" nötig. "Da rächt sich dann eben, dass jahrelang, jahrzehntelang, der Radverkehr wenig mitbedacht wurde", so Reschs Einschätzung.

Vorbildlich: Kirkel und Überherrn

In Ortschaften wie beispielsweise Überherrn oder Kirkel aber gebe es bereits positive Ansätze für eine bessere Fahrradpolitik.


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Ein Thema u. a. in der Sendung "Der Morgen" am 05.07.2021 auf SR 2 KulturRadio. Das Bild ganz oben zeigt ein häufiges Bild bei den Radwegen im Saarland: Plötzlich ist einfach Schluss (Foto: Beate Heitz).

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