Wenig Harmonie vor dem EU-Gipfel

Wenig Harmonie vor dem Gipfel

Ein Gespräch mit Brüssel-Korrespondent Michael Schneider vor dem EU-Gipfel in Brüssel am 24. und 25. Juni 2021

Jochen Erdmenger. Onlinefassung: Rick Reitler   24.06.2021 | 08:25 Uhr

Große Durchbrüche sind beim EU-Gipfel in Brüssel wohl nicht zu erwarten: Zu unterschiedlich seien die Positionen der einzelnen Mitgliedstaaten bei Themen wie Migration, der Corona-Krise oder dem Umgang mit Russland, erläuterte ARD-Korrespondent Michael Schneider im SR-Interview.

Beim EU-Gipfel der Staats- und Regierungschefs am 24. und 25. Juni in Brüssel soll es vor allem um die Bewältigung der Corona-Krise und die Umsetzung der nationalen Wiederaufbaupläne, um eine gemeinsame Migrationspolitik sowie um die Beziehungen der EU zur Türkei und zu Russland gehen.

Unterschiedliche Positionen

Der große Wurf werde wohl bei den meisten Themen ausbleiben - zu unterschiedlich seien die Positionen der einzelnen Mitgliedstaaten, erklärte ARD-Korrespondent Michael Schneider im Gespräch mit SR-Moderator Jochen Erdmenger. Besonders die Frage der Verteilung von Flüchtlingen stoße nicht überall auf uneingeschränktes Wohlwollen: "Da gibt es einfach keine gemeinsame Linie der einzelnen Mitgliedsstaaten, wie man das Ganze auf europäische Füße setzen könnte", sagte Schneider, "da ist nicht zu erwarten, dass es da in näherer Zukunft einen Durchbruch gibt".

Vorpreschen von Paris und Berlin kommt nicht gut an

Auch beim Verhältnis zu Russland herrsche nach dem Werben von Deutschland und Frankreich für mehr Dialog bei zugleich schärferen Sanktionen gegen den östlichen Nachbarn Uneinigkeit: "Tatsächlich war das eher schon ein Eigentor", so Schneider.

Auch mit Merkels strengem Corona-Kurs bei Auslandsreisen seien Urlaubsländer wie Spanien oder Portugal nicht einverstanden.


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Ein Thema u. a. in der Sendung "Der Morgen" am 24.06.2021 auf SR 2 KulturRadio. Das Bild ganz oben zeigt Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, die am 18.06.2021 bei den Vorbereitungen auf den EU-Gipfel von Brüssel zusammen vor Journalisten ein Statement abgeben (Foto: picture alliance/dpa/Reuters-Pool | Axel Schmidt).

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