Rottner bei Regionalwahlen vorne

Rottner im ersten Wahlgang vorne

Die wichtigsten Zwischenergebnisse der Regionalwahlen in Grand Est

Lisa Huth. Onlinefassung: Rick Reitler. Mit Informationen von Stefanie Markert   21.06.2021 | 07:25 Uhr

In der Region Grand Est geht der amtierende Regionalratspräsident Jean Rottner mit mehr als 30 Prozent als Spitzenkandidat aus dem ersten Wahlgang hervor. Stichwahl ist am Sonntag, 27. Juni. Die Regionalwahlen in Frankreich hatten am Sonntag, 20. Juni, eine historisch niedrige Wahlbeteiligung verzeichnet.

Die Regional- und Départementswahlen gelten als Stimmungstest für die Präsidentschaftswahlen im nächsten Frühjahr. Die geringe Beteiligung – mehr als zwei Drittel der Franzosen gingen nicht zu den Wahllokalen – dürfte nach Einschätzung von Meinungsforschern den Rechtspopulisten des Rassemblement National von Marine Le Pen zugute kommen. Sie könnten landesweit laut Umfragen stärkste Kraft werden.

Rechtsaußen-Parteien stark

Historisch niedrige Wahlbeteiligung in Frankreich
Audio [SR 2, Markert, Stefanie, 21.06.2021, Länge: 03:13 Min.]
Historisch niedrige Wahlbeteiligung in Frankreich

In der Region Grand Est erreichte der amtierende Regionalratspräsident Jean Rottner im ersten Wahlgang 30,2 Prozent der Stimmen. Damit geht er als Spitzenkandidat in die zweite Runde. Rottner gehört der Mitte-Rechts-Partei Les Républicains an, genau wie der frühere Premierminister Édouard Philippe und die früheren Präsidenten Jacques Chirac und Nicolas Sarkozy.

Der Kandidat des Rassemblement National, Laurent Jacobelli, kam auf 20,6 Prozent. Er hatte bei der Wahl Konkurrenz durch den in Grand Est starken Florian Philippot von der rechtsextremen Kleinpartei Les Patriotes. Dieser erreichte 6,9 Prozent der Stimmen. Für den zweiten Wahlgang könnte er seine Stimmen an Jacobelli weiterreichen – hat sich dazu aber bislang nicht geäußert.

Vier mögliche Kandidaten

Wer bei den Regionalwahlen mehr als zehn Prozent der Stimmen erhalten hat, ist beim zweiten Wahlgang in einer Woche dabei, am 27. Juni. Das sind neben Rottner und Jacobelli noch zwei weitere Kandidaten.

Brigitte Klinkert geht mit 11,5 Prozent für Präsident Emmanuel Macrons liberale Partei La République en Marche aus dem ersten Wahlgang hervor. Die elsässische Regionalpolitikerin ist seit Juli 2020 beigeordnete Ministerin im Arbeitsministerium. Eliane Romani steht an der Spitze eines Bündnisses aus Grünen, Sozialisten und Kommunisten. Die Logopädin holte am Sonntag 14,9 Prozent.

Moselle mit Negativrekord

Treten alle vier gegeneinander an, könnte Rechtsaußen doch das Rennen machen. Es ist aber auch möglich, dass zumindest Rottner und Klinkert eine Allianz für die Stichwahl bilden. Klinkert steht für Mitte-Rechts, und Rottner hatte bereits angedeutet, auch er vertrete ja eigentlich die Mitte.

Die Region aus Elsass, Lothringen und Champagne-Ardennes verzeichnet die größte Wahlenthaltung Frankreichs. Nur 23,04 Prozent der Wahlberechtigten gingen hier an die Urnen, landesweit waren es 26,72 Prozent. Im saarländischen Nachbardépartement Moselle stimmten sogar nur 20,76 Prozent ab, was ein Frankreichweiter Negativrekord ist.

Weiten in Moselle vorne

Bei den Départementswahlen in Frankreich ist im saarländischen Nachbar-Département Moselle der amtierende liberal-konservative Präsident Patrick Weiten mit einer komfortablen Mehrheit von 56,82 Prozent in den zweiten Wahlgang gestartet.

Im Wahlbezirk Forbach ist der derzeitige Präsident des saarländisch-lothringischen Eurodistrikts SaarMoselle, Gilbert Schuh, weiter. Die ohnehin historisch niedrige Wahlbeteiligung lag in Forbach mit 19,25 Prozent der eingetragenen Wähler noch unter dem Durchschnitt in Moselle.

Rassemblement National schneidet schlechter ab

Der Rassemblement National hat weniger gut abgeschnitten als bei den vergangenen Wahlen. Dennoch liegt er unter anderem in Saargemünd, Sarrebourg, Hayange, Faulquemont auf Startposition eins für den zweiten Wahlgang kommenden Sonntag. 


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Ein Thema u. a. in den SR-Hörfunknachrichten und in der Sendun g"Der Morgen" am 21.06.2021 auf SR 2 KulturRadio. Das Bild ganz oben zeigt Jean Rottner, den amtierenden Präsidenten des Regionalrates von Grand Est (Foto: IMAGO / PanoramiC).

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