Wahl im Iran: Demnächst politischer Wettbewerb ausgeschaltet?

Demnächst politischer Wettbewerb ausgeschaltet?

Ein Gespräch mit Dr. David Jalilvand, Geschäftsführer bei Orient Matters GmbH, zur Präsidentschaftswahl im Iran

Karin Mayer. Onlinefassung: Rick Reitler   18.06.2021 | 12:45 Uhr

"Orient Matters GmbH"-Geschäftsführer Dr. David Jalilvand geht davon aus, dass der "erzkonservative Hardliner" und Wunschkandidat des Wächterrats, Ebrahim Raisi, nächster Präsident des Iran werden wird. Im SR-Interview erläuterte er die Hintergründe.

Seit dem Morgen des 18. Juni 2021 haben die Wahlllokale im Iran geöffnet - es geht um die Abstimmung für einen neuen Präsidenten. Der als "Reformer" geltende Hasan Ruhani darf nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten.

Haushoher Favorit: Ebrahim Raisi

Der Wächterrat, der oberste politische Führer, hatte vor der Wahl alle als moderat geltenden Kandidaten aussortiert, als aussichtsreichster von vier Bewerbern gilt nun der Wunschkandidat des obersten religiösen Führers, der Kleriker Ebrahim Raisi. Auch "Orient Matters GmbH"-Geschäftsführer Dr. David Jalilvand geht davon aus, dass der "erzkonservative Hardliner" Raisi gewinnen wird.

"Sehr schlechtes Standing"

Dann wäre der Plan aufgegangen, den politischen Wettbewerb auszuschalten, sagte Jalilvand im Gespräch mit SR-Moderatorin Karin Mayer. Ein konkretes Programm besitze Raisi nicht, dafür aber international "ein sehr schlechtes Renommee, ein sehr schlechtes Standing". Von daher spreche wenig dafür, dass sich die Beziehungen zwischen dem Iran und dem Westen verbessern könnten. Das gefalle aus wirtschftlichen Gründen nicht unbedingt allen Teilen der Revolutionsgarde - die Mehrheit der Garde aber stehe hinter Raisi.


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Keine Macht dem Volk?
Am 18. Juni wird im Iran ein neuer Präsident gewählt. Erzkonservative und Hardliner dominieren die Kandidatenlisten - dafür hat der Wächterrat gesorgt. Viele der 59 Millionen Iraner fühlen sich um ihre Wahl betrogen.


Ein Thema in der Sendung "Bilanz am Mittag" am 18.06.2021 auf SR 2 KulturRadio. Zum Bild ganz oben: Das vom Young Journalists Club (YJC) zur Verfügung gestellte Foto zeigt Ebrahim Raisi, Kandidat der Präsidentschaftswahl im Iran, am 12.06.2021, der eine letzte Debatte der Kandidaten, in einem staatlichen TV-Studio verlässt. Bei der Präsidentenwahl im Iran tritt Amtsinhaber Ruhani nicht mehr an (Foto: picture alliance/dpa/Young Journalists Club/AP | Morteza Fakhri Nezhad).

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