Wirtschaftsnachwuchs: "Das Saarland holt ein bisschen auf"

"Das Saarland holt ein bisschen auf"

Ein Gespräch mit SR-Wirtschaftsredakteurin Karin Mayer über die Gründerszene Saar in der Corona-Krise

Holger Büchner. Onlinefassung: Rick Reitler   16.06.2021 | 08:45 Uhr

Trotz aller Widrigkeiten haben knapp 3000 Menschen im Saarland 2020 ein eigenes Unternehmen auf die Beine gestellt. Das liege auch an den Anstrengungen von Bund, vom Land, von der Hochschulszene und von privaten Initiativen, sagte SR-Wirtschaftsredakteurin Karin Mayer im Interview. Dennoch sehe sie "immer noch Luft nach oben".

Ein Unternehmen gründen im Lockdown? Bundesweit gab es im Kalenderjahr 2020 nach einer Studie des Instituts für Mittelstandsforschung in Bonn ein Minus von knapp zehn Prozent zu verzeichnen. Im Saarland sei die Zahl der Gründungen sogar um fast zwölf Prozent geschrumpft.

Bremse Meisterpflicht

Neben der Corona-Krise habe wohl auch die Erweiterung der Meisterpflicht für zwölf Handwerksberufe, darunter Fliesenleger, eine Rolle gespielt, erklärte SR-Wirtschaftexpertin Karin Mayer im Gespräch mit SR-Moderator Holger Büchner.

Mehr Orte, mehr Beratung

Trotz aller Widrigkeiten hätten aber immerhin knapp 3000 Menschen im Saarland ein eigenes Unternehmen auf die Beine gestellt. "Das Saarland holt ein bisschen auf", sagte Mayer. In den vergangenen fünf Jahren seien "mehr Orte und Treffpunkte für Gründer an Hochschulen und außerhalb" entstanden, Bund und Land hätten mehr Beratungsangebote geschaffen und durch private Initiativen seien einige "Co-Working-Spaces" entstanden.

"Luft nach oben"

Auch die Hochschulszene des Saarlandes erweise sich seit einigen Jahren als guter Anlaufpunkt für Gründungswillige in ganz Deutschland. "Es kommt jetzt drauf an, die Strategie fortzusetzen, denn es ist natürlich immer noch Luft nach oben", sagte Mayer.


Weniger Existenzgründungen im Saarland
Audio [SR 3, Karin Mayer, 16.06.2021, Länge: 00:57 Min.]
Weniger Existenzgründungen im Saarland


Hintergrund:

Corona-Krise
Weniger Existenzgründungen im Saarland
Während der Corona-Krise haben sich im Saarland weniger Menschen selbständig gemacht. Die Zahl der Existenzgründungen ist um zwölf Prozent gesunken. Bundesweit ging die Zahl der Gründungen um knapp zehn Prozent zurück.


Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 16.06.2019 auf SR 2 KulturRadio. Das Bild ganz oben zeigt das Zukunftsforum der Arbeitskammer, ein Beispiel für Wirtschaftsinitiative im Saarland (Archivfoto: Laszlo Mura).

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