Impfgipfel: Bund und Länder für Impfungen ab 12

Bund und Länder für Impfungen ab 12 Jahren

Ein Gespräch mit Hauptstadtkorrespondentin Nina Amin über die Ergebnisse des Impfgipfels vom 27. Mai 2021

Jochen Erdmenger. Onlinefassung: Rick Reitler   28.05.2021 | 08:25 Uhr

Impfangebote für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren, ein digitaler Impfpass in zwei Variaten, eine ausgeglichenere Verteilung der Impfstoffe und eine klare Absage an eine Impfpflicht - darauf haben sich Bund und Länder beim Impfgipfel am 27. Mai geeinigt. SR-Hauptstadtkorrespondentin Nina Amin mit den Details.

Ab dem 7. Juni 2021, dem Stichtag für die Aufhebung der Priorisierung, sollen in Deutschland auch Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren grundsätzlich geimpft werden können. Eine Extra-Impfkampagne für diese Gruppe werde es allerdings nicht geben; Kinder und Jugendliche bzw. ihre Eltern müssten sich selbst um einen Impftermin kümmern, erläuterte ARD-Hauptstadtkorrespondentin Nina Amin im Gespräch mit SR-Moderator Jochen Erdmenger.

Merkel schließt Impfpflicht aus

Eine Impfpflicht oder Schulzugangsbeschränkungen für schulpflichtige Kinder ohne Impfung, wie sie etwa der Deutsche Ärztetag vor wenigen Wochen empfohlen hatte, werde es keinesfalls geben, betonte Amin. Bundeskanzlerin Angela Merkel habe deutlich zugesichert, dass auch keine "Impfpflicht durch die Hintertür" eingerichtet werde. "Das ist, glaub' ich, auch eine ganz, ganz wichtige Message", so Amin.

STIKO bisher "zurückhaltend"

Amin geht davon aus, dass die Europäische Arzneimittelagentur EMO bereits am 28. Mai grünes Licht für die Zulassung von Impfstoffen für über 12-Jährige geben könnte. Die Ständige Impfkommission (STIKO) sei in diesem Punkt noch "zurückhaltend", weil das Risiko für Kinder und Jugendliche "eben nicht so hoch" sei, "ernsthaft an Corona zu erkranken".

Reisen? Digitaler Impfpass oder negativer Test nötig

Bei der Frage der Impfstoff-Verteilung in die Bundesländer sei eine Einigung über Ausgleichslieferungen gefunden worden. Zudem habe man sich auf die Einführung eines "digitaler Impfpasses" Ende Juni, Anfang Juli 2021 geeinigt. Diesen soll es in zwei Varianten geben: als integraler Bestandteil der Corona-Warn-App oder als eigenständige App. Reisen sollen nach den Worten der Kanzlerin aber nicht nur für geimpfte, sondern auch für negativ getestete Menschen erlaubt sein.


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Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 28.05.2021 auf SR 2 KulturRadio. Das Bild ganz oben zeigt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Michael Müller (SPD), der Regierende Bürgermeister von Berlin, während der Impfgipfel-Videokonferenz mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder am 27. Mai 2021 (Foto: picture alliance/dpa/Bundesregierung | Steffen Kugler).

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