Joachim Lang über Nachbesserung an "Lieferkettengesetz"

"Zu viele technische Probleme"

Ein Interview mit Joachim Lang, dem Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie in Berlin

Jochen Marmit. Onlinefassung: Laszlo Mura   20.05.2021 | 16:19 Uhr

Die Unionsfraktion will in Sachen "Lieferkettengesetz" noch einmal bei den Regelungen zur zivilrechtlichen Haftung nachbessern. Aber sind konkrete Umsetzung und Auswirkungen so schwierig, dass wir uns diese weitere Blockade wirklich leisten können? Darüber hat SR 2-Moderator Jochen Marmit mit Joachim Lang gesprochen, dem Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie in Berlin.

Nicht nur SPD-Chef Norbert Walter-Borjans, auch Bundesentwicklungsminister Gerd Müller von der CSU appellieren aktuell nochmal an die Unionsfraktion, ihre Blockadehaltung aufzugeben. In den Augen von Joachim Lang handelt es sich dabei weniger um eine "Blockadehaltung" als um den Versuch, am Ende "ein besseres Gesetz" zu verabschieden. Es seien einfach "zu viele technische Probeme aufgetaucht bei dem Gesetz, [...] dass man jetzt einfach nochmal ein paar Tage arbeitet, um es besser zu machen", so der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie im SR-Interview.

Auch Mittelstandsunternehemen gerecht werden

Lang will darauf aufmerksam machen, dass es in Deutschland sehr viele verschiedene Unternehmen gibt, auf die der Gesetzesentwurf noch nicht adäquat angepasst sei. Große Unternehmen beispielsweise hätten wenig Probleme damit, "weil sie hunderte von Leuten beschäftigen, die mit diesen non-financial reportings, also Berichtspflichten, auch in anderen Bereichen zu tun haben", so Lang.

Mittelständler hingegen hätten sehr große Schwierigkeiten damit, sich mit dem Gesetz anzufreunden, erklärt er: "Sie sagen, 'es gibt schon so viele Berichtspflichten und wir machen mittlerweile mehr Bürokratiearbeit als dass wir Produkte herstellen'." Zudem sei es nicht die Aufgabe eines Mittelständlers, "die Menschenrechtslage weltweit zu scannen und die jederzeit parat zu haben."

Das seien die Hauptgründe für die Unzufriedenheit, meint Lang. Und daran wolle man jetzt arbeiten: "Wie kann es eine Sammelstelle mit Informationen geben, an die man sich wenden kann, damit nicht jede Unternehmerin und jeder Unternehmer das selbst machen muss, also ständig die Menschenrechtslage weltweit parat zu haben?"

Ein Thema in der Sendung "Bilanz am Abend" am 20.05.2021 auf SR 2 KulturRadio.

Artikel mit anderen teilen

Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja