Impfgipfel: "Die Debatte nimmt an Fahrt auf, die Impfkampagne auch"

"Die Debatte nimmt an Fahrt auf, die Impfkampagne auch"

Ein Gespräch mit Hauptstadt-Korrespondentin Claudia Plaß vor dem Impfgipfel am 26. April 2021

Jochen Erdmenger. Onlinefassung: Rick Reitler   26.04.2021 | 08:25 Uhr

Hauptstadt-Korrespondentin Claudia Plaß rät dazu, die Erwartungen an den Impfgipfel zu dämpfen und sich besser auf Grundsatzdebatten einzustellen. Die Impfkampagne gewinne zwar an Fahrt, noch immer aber seien logistische Fragen zu klären, so Plaß im SR-Interview.

Am Nachmittag des 26. April wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die 16 Länderchefinnen und -chefs bei ihrem Videoschalte-Impfgipfel u. a. über die Priorisierungsstrategie und die Frage diskutieren, ob Covid19-Genesene, Geimpfte und Menschen mit einem aktuellen negativen Corona-Test in punkto Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen gleichgestellt werden sollen.

Grundsatzfragen im Mittelpunkt

Claudia Plaß aus dem ARD Hauptstadtstudio riet im Gespräch mit SR-Moderator Jochen Erdmenger allerdings dazu, die Erwartungen noch "ein bisschen zu dämpfen" und sich auf Grundsatzfragen und Grundsatzdebatten einzustellen.

Problem Logistik

Berlin wolle beim Impfen zwar Tempo machen, allerdings stünden noch immer logistische Fragen im Raum, was die Zulassung, Beschaffung und Auslieferung von Impfstoffen angehe. Klar sei auf jeden Fall, dass der Impfgipfel keinerlei Änderungen bei den AHA-Regeln bringen werde.


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Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 26.04.2021 auf SR 2 KulturRadio. Das Bild ganz oben zeigt einen Impfvorgang (Foto: SR Fernsehen).

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