Union vor drei "Scherbenhaufen"

Union vor drei "Scherbenhaufen"

Ein Interview mit Hauptstadt-Korrespondent Kai Küstner über die Lage von CDU und CSU nach der Entscheidung des CDU-Bundesvorstands pro Armin Laschet als Kanzlerkandidat

Jochen Erdmenger. Onlinefassung: Rick Reitler   20.04.2021 | 06:50 Uhr

Hauptstadt-Korrespondent Kai Küstner geht davon aus, dass Markus Söder nach dem Votum des CDU-Bundesvorstands pro Armin Laschet nicht anders kann, als seine Kanzlerambitionen vorerst zu begraben. Die Union stehe nun vor einem dreifachen Scherbenhaufen, sagte Küstner im SR.

Söder akzeptiert CDU-Entscheidung
Laschet wird Kanzlerkandidat der Union
CSU-Chef Markus Söder hat seine Bewerbung für die Unions-Kanzlerkandidatur zurückgezogen.


Nach mehr als sechs Stunden Beratungsbedarf hinter den Kulissen hat der CDU-Bundesvorstand sich am 19. April mit 77,5 Prozent der Stimmen für seinen Parteichef Armin Laschet als Kanzlerkandidat der Union ausgesprochen.

"Aus meiner Sicht kann Markus Söder eigentlich jetzt kaum mehr anders, als sich in sein Schicksal zu fügen", meint Hauptstadt-Korrespondent Kai Küstner. Söder bleibe nichts anderes übrig, "als sich als Sieger der Basis-Herzen zu fühlen", so Küstner im Gespräch mit SR-Moderator Jochen Erdmenger. Laschet aber sei keineswegs als der "strahlende Triumphator" aus dem Machtkampf hervorgegangen.

Drei Probleme der Union

Überhaupt sehe er nach dem Hickhack der vergangenen Tage bei der Union nicht nur einen, sondern gleich "drei Scherbenhaufen": Erstens habe Laschet wegen des nun offenkundig mangelnden Rückhalts der Basis und der Jungen Union "Schaden genommen", zweitens seien wieder Wunden zwischen den Schwesterparteien CDU und CSU aufgerissen, und drittens habe das Gesamtbild beider Parteien gelitten: "Wer in Pandemiezeiten den Eindruck erweckt, dass ihm Personal- oder Machtfragen wichtiger sind, der droht natürlich abgestraft zu werden", so Küstners Einschätzung.

Schwieriger Wahlkampf

Laschets Hauptproblem sei, dass nun eine Parteibasis für ihn in den Wahlkampf ziehen müsse, die eigentlich einen anderen Kandidaten favorisiert habe. Dabei werde dieser Wahlkampf schon wegen des Rückzugs von Angela Merkel nach der Wahl ohnehin schwer genug für die Union.


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Die Entscheidung für Armin Laschet - eine Einschätzung
Die Einschätzung von SR-Hauptstadtstudio-Korrespondent Uli Hauck.

Laschet soll Kanzler werden
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Laschet soll Kanzler werden
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Ein Thema u. a. in der Sendung "Der Morgen" vom 20.04.2021 auf SR 2 KulturRadio. Das Bild ganz oben zeigt den CSU-Chef und bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder bei einer Pressekonferenz am 19.04.2021 (Foto: picture alliance/dpa/dpa-Pool | Peter Kneffel).

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