EU: mehr Biontech-Impfstoff und ein "grünes Impfzertifikat" sollen kommen

Mehr Biontech-Impfstoff und ein "grünes Impfzertifikat"

Ein Gespräch mit Brüssel-Korrespondent Alexander Göbel

Katrin Aue. Onlinefassung: Rick Reitler   15.04.2021 | 07:45 Uhr

Deutschland könnte bis Juni mit neun Millionen mehr Impfdosen von Biontech/Pfizer rechnen als ursprünglich kalkuliert, weil die Produktionskapazitäten erhöht wurden. Bis zu den Sommerferien soll EU-weit zudem ein "grünes Impfzertifikat" kommen. Brüssel-Korrespondent Alexander Göbel erläutert die Details.

Der amerikanische Pharmariese Biontech-Pfizer will bis Ende Juni 250 Millionen seiner mRNA-Impfstoffdosen an die EU ausliefern - 50 Millionen mehr als ursprünglich geplant. Deutschland könnte rund neun Millionen von dieser Zusatzlieferung abbekommen.

Kapazitäten erhöht

Möglich gemacht hätten dies die erhöhten Kapazitäten der mittlerweile vier Pfizer-Produktionsstätten in der EU, erklärte Brüssel-Korrespondent Alexander Göbel im Gespräch mit SR-Moderatorin Katrin Aue. "Die Produktion läuft gut, auch mit den Zulieferern von Biontech, die derzeit ja noch aus aller Welt kommen". Damit könnte der vorläufige Ausfall des Johnson & Johnson-Impfstoffes zumindest teilweise aufgefangen werden. Bis 2023 wolle die EU-Kommission dem Konzern bis zu 1,8 Milliarden Covid-19-Impfstoffdosen abkaufen.

"Grünes Impfzertifikat"

Zudem habe die EU angekündigt, bis zu den Sommerferien 2021 ein einheitliches "grünes Impfzertifikat" für die Menschen in den Mitgliedsstaaten bereitstellen zu wollen, dass verschiedene Informationen über den Impfstatus bzw. die Immunität der Inhaber enthalten solle. Für Reisende könnte dies "keine Tests oder Quarantänepflicht mehr" bedeuten, vermutet Göbel.


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Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 15.04.2021 auf SR 2 KulturRadio. Das Symbolbild ganz oben zeigt Angestellte in Schutzanzügen in einem Marburger Labor des Pharmakonzerns Biontech (Foto: picture alliance / AA | Abdulhamid Hosbas).

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