Der Feminismus als "Selbstoptimierungsfalle"

Der Feminismus als "Selbstoptimierungsfalle"

Ein Gespräch mit der Journalistin und Autorin Beate Hausbichler über Feminismus in einer neoliberalen Welt

Sonja Marx. Onlinefassung: Rick Reitler   08.04.2021 | 06:55 Uhr

Die Journalistin Beate Hausbichler sieht den Feminismus noch lange nicht am Ziel: So habe beispielsweise die Corona-Krise noch viel Handlungsbedarf offengelegt. Auch der Zeitgeist der Selbstoptimierung diene eher wirtschaftlichen als individuellen Interessen der Frau. Ein Interview.

Ging es den Frauenrechtlerinnen und -rechtlern in den späten 1960er und frühen 1970er Jahren noch vor allem um das Abtreibungsrecht, das Scheidungsrecht, dem Schutz vor Gewalt oder die Gleichberechtigung und Unabhängigkeit der Geschlechter, so ist der Feminismus in seiner heutigen "Dritten Welle" längst zu einer fast obligatorischen Haltung geworden.

Neoliberalistischer Rahmen

Die aktuellen feministischen Strömungen aber dienten mit ihren Appellen an die Optimierung von Körper und Leben und an die individuelle Leistungsbereitschaft letztlich auch den Profitinteressen einer neoliberal geprägten Gesellschaft - das meint jedenfalls die österreichische Journalistin Beate Hausbichler.

SR-Moderatorin Sonja Marx hat mit ihr u. a. über die "Selbstoptimierungsfalle" Feminismus, über den Einfluss der Corona-Krise und über den Umgang mit dem Thema "Gewalt gegen Frauen" gesprochen.

Das Buch:

Buch-Cover: Beate Hausbichler – Der verkaufte Feminismus (Foto: Residenz-Verlag)
Buch-Cover: Residenz-Verlag

Beate Hausbichler
Der verkaufte Feminismus. Wie aus einer politischen Bewegung ein profitables Label wurde

Residenz Verlag 2021
224 Seiten, 22,00 Euro
ISBN: 9783701735266


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Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 08.04.2021 auf SR 2 KulturRadio. Das Bild ganz oben zeigt die Autorin Beate Hausbichler (Foto: Heidi Seywald).

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