"Sinti und Roma werden heutzutage immer noch sehr diskriminiert"

"Sinti und Roma werden heutzutage immer noch sehr diskriminiert"

Ein Gespräch mit Diana Bastian, Vorsitzende des Landesverbands Sinti und Roma im Saarland

Sonja Marx. Onlinefassung: Rick Reitler   08.04.2021 | 07:45 Uhr

Für Diana Bastian, die Gründerin und Vorsitzende des Landesverbands Deutscher Sinti und Roma, leiden die Angehörige dieser Minderheit in Deutschland häufig unter Diskriminierung. Sie wünsche sich noch mehr "Aufklärungsarbeit", so Bastian im SR-Interview.

Etwa 3000 Sinti und Roma leben zurzeit im Saarland. Für Diana Bastian, die Gründerin und Vorsitzende des Landesverbands Deutscher Sinti und Roma, leiden sie häufig unter Vorurteilen: So habe eine Umfrage im Jahr 2016 gezeigt, dass die meisten Menschen in Deutschland keine Angehörige dieser Minderheit als Nachbarn haben wollten, erklärte Bastian im Gespräch mit SR-Moderatorin Sonja Marx. "Sinti und Roma werden heutzutage immer noch sehr diskriminiert", sagte Bastian.

Video [aktueller bericht, 08.04.2021, Länge: 4:00 Min.]
Welt-Roma-Tag

Für mehr Aufklärungsarbeit

Die Sprachbarriere und die mangelnden Kenntnisse neu zugezogener Sinti und Roma über Deutschland - zum Beispiel über die Schulpflicht - sei ebenfalls ein Problem, räumte Bastian ein. In anderen EU-Ländern sehe es von Seiten der Politik allerdings noch schlechter aus: "Da würde ich mir von unseren Politikern in Deutschland wünschen, dass man da über das EU-Recht etwas tut". Insgesamt brauche es mehr Aufklärungsarbeit.

Hintergrund

Jedes Jahr am 8. April erinnert der Welt-Roma-Tag weltweit an das erste Treffen in London 1971, an dem Roma und Sinti ihre Gleichberechtigung und umfassende gesellschaftliche Teilhabe gefordert hatten.


Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 08.04.2021 auf SR 2 KulturRadio. Das Symbolbild ganz oben zeigt eine Demonstration gegen Antiziganismus in Berlin am 25. Oktober 2013 (Archivfoto: picture alliance / dpa | Florian Schuh).

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