"Vertrauen in AstraZeneca nicht größer geworden"

"Vertrauen in AstraZeneca nicht größer geworden"

Ein Interview mit Hauptstadt-Korrepondentin Claudia Plaß zur neuen Regelung für den Impfstoff AstraZeneca

Kai Schmieding. Onlinefassung: Rick Reitler   31.03.2021 | 08:25 Uhr

Nach der Empfehlung der STIKO, AstraZeneca vorerst nur noch an Menschen im Alter über 60 Jahren zu verimpfen, ist das Vertrauen der Menschen in das Vakzin "nicht größer geworden", stellte Hauptstadt-Korrespondentin Claudia Plaß im SR-Interview fest.

Der Impfstoff AstraZeneca steht offensichtlich unter keinem guten Stern: Erst der Streit um die Belieferung der EU, dann wurden in Deutschland nur die unter 65-Jährigen geimpft, schließlich ein vorübergehender Stopp wegen einiger festgestellter Blutgerinnsel in Hirnvenen, die in zeitlichem Zusammenhang zu Impfungen aufgetreten waren - und nun, wenige Tage nach der Wieder-Genehmigung, die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO), AstraZeneca vorerst nur noch für Menschen im Alter von über 60 Jahren zu verimpfen.

Vorerst nur für 60- bis 69-Jährige

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) empfahl den Ländern daraufhin, AstraZeneca weiter zu verwenden - allerdings vorerst nur noch für Menschen zwischen 60 und 69 Jahren. Die sei ein "pragmatischer Ansatz", so Spahn.

Kritik an Bundesregierung

Ziemlich schwer, bei alldem noch den Überblick zu behalten. Das Vertrauen der Menschen in AstraZeneca sei wegen des erneuten Rückschlags jedenfalls "nicht größer geworden", räumte Hauptstadt-Korrespondentin Claudia Plaß im Gespräch mit SR-Moderator Kai Schmieding ein. Die Bundesregierung müsse sich nun die Kritik gefallen lassen, in Sachen Krisenmanagement und Kommunikation Fehler gemacht zu haben.


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Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 31.03.2021 auf SR 2 KulturRadio. Das Bild ganz oben zeigt eine Spritze mit dem AstraZeneca-Impfstoff (Archivfoto: SR Fernsehen).

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