Equal Pay Day - eine Bestandsaufnahme

Gegen den "Gender Pay Gap" - eine Bestandsaufnahme

Ein Beitrag von SR-Reporterin Judith Rubatscher

Onlinefassung: Rick Reitler   10.03.2021 | 07:00 Uhr

Rechnet man die Einkommensunterschiede zwischen Männer und Frauen aufs Kalenderjahr um, fangen Frauen in Deutschland erst am 10. März an, Geld zu verdienen. So weit die Idee hinter dem "Equal Pay Day". Aber was steckt dahinter? Eine Bestandsaufnahme von SR-Reporterin Judith Rubatscher.

Equal Pay Day im Saarland
Mehr als ein kleiner Unterschied
Der Einkommensunterschied zwischen beiden Geschlechtern ist im Saarland größer als im Bundesdurchschnitt.

Equal Pay Day, so heißt der internationale Aktionstag, der auf den so genannten "Gender Pay Gap" hinweist. Dieser "Gap" steht für die Lücke, die zwischen den durchschnittlichen Bruttoeinkommen von Männern und Frauen unter Nicht-Berücksichtigung von Ausbildung, Beruf, Arbeitsplatz und Karrierestufe besteht.

Equal Pay Day

Und da haben Frauen im Schnitt weniger in der Tasche als Männer: Der Gesamtunterschied von rund 20 Prozent macht im Jahr 2021 in Deutschland einen "Stundenlohn-Gap" von 4,37 Euro aus, wie SR-Reporterin Judith Rubatscher herausgefunden hat. Rechnet man all das aufs Kalenderjahr um, fangen Frauen in Deutschland im Jahr 2021 also erst am 10. März an, Geld zu verdienen, während Männer schon seit Jahresbeginn bezahlt werden. So weit die Idee.

Steuerrecht, Frauenquote, Corona-Effekte

Aber was steckt dahinter? Für die SPD-Politikerin Elke Ferner liegt ein Grund im Steuer- und Abgabesystem, speziell beim Ehegatten-Splitting. Die Soziologin Prof. Dr. Jutta Allmendinger engagiert sich für eine Frauenquote in Vorstandsetagen und beklagt u. a. die unbezahlte Arbeit von Frauen etwa bei der Pflege von Angehörigen und die Corona-Effekte auf dem Arbeitsmarkt.


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Mehrere Aktionen
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Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 10.03.2021 auf SR 2 KulturRadio. Das Symbolbld ganz oben zeigt einen Taschenrechner und Bargeld (Archivfoto: pixabay/Bru-nO).

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