"Präsenzunterricht bringt deutliche Vorteile"

"Präsenzunterricht bringt deutliche Vorteile"

Ein Gespräch mit dem Homburger Schulleiter Wolfram Peters zur Öffnung der Schulklassen für die Stufen 5 und 6 am 8. März 2021

Jochen Marmit. Onlinefassung: Rick Reitler   08.03.2021 | 07:25 Uhr

Zum Start des Präsenzunterrichts für die Klassen 5 und 6 im Saarland hat SR-Moderator Jochen Marmit mit dem Homburger Gymnasiumsleiter Wolfram Peters u. a. über die kurzfristige einwöchige Verschiebung der Öffnung für alle Klassenstufen, über Lernlücken und über das PCR-Testprogramm an seiner Schule gesprochen.

Seit Mitte Dezember 2020 – also seit der Einführung des harten Lockdowns in Deutschland – waren die Schulen im Saarland für den Präsenzunterricht geschlossen. Am 8. März öffneten sich die Klassenzimmer zumindest wieder für die Klassen 5 und 6, allerdings nicht für alle Stufen, wie von Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) zunächst angekündigt worden war.

"Viel Aufruhr verursacht"

Über diese kurzfristige Um-Entscheidung der Bildungsministerin, sei er "nicht sehr froh", sagte Wolfram Peters, der Schulleiter des Christian von Mannlich-Gymnasiums im Homburg und Vorsitzender der Vereinigung der Oberstudiendirektoren der saarländischen Gymnasien, im Gespräch mit SR-Moderator Jochen Marmit. Immerhin habe dadurch eine Woche "komplett neu geplant werden" müssen. Das sei "keine sinnvoll investierte Arbeitskraft" und habe "viel Aufruhr verursacht".

"Lernlücken nicht dermaßen immens"

Obwohl er die Schulen beim Online-Lernen insgesamt "ganz gut" aufgestellt sehe, glaube er daran, "dass die Präsenz deutliche Vorteile" bringe, sagte Peters. Lernlücken sei zwar da, aber "nicht dermaßen immens".

Appell zur Testbereitschaft

Was das Corona-Schutzkonzept an seiner Schule angehe, sei man "gut vorbereitet": "Das läuft hoffentlich jetzt glatt an", sagte Peters. Sein Gymnasium sei außerdem bereits sei November "in einem Testprogramm dabei", in dessen Rahmen "alle Mitglieder der Schule mit PCR-Tests abgestrichen" würden.

Er sehe es als "ein großes Problem" an, dass sich nur "weit über 90 Prozent der Schulteilnehmer", aber nicht alle Schülerinnen und Schüler testen lassen wollten, sagte Peters. Denn dadurch sei es schwieriger, diejenigen herauszufinden, "die vielleicht ohne Symptome infiziert herumlaufen". Der "Schutz der engmaschigen Testung" sei "nur gegeben, wenn wirklich viele" mitmachten, so Peters.


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Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" am 08.03.2021 auf SR 2 KulturRadio. Das Bild ganz oben zeigt den Schulleiter Wolfram Peters (Archivfoto: SR / Uwe Jäger).

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