Kaum Veränderung in BaWü, RLP und im Bund zu erwarten

Kaum Veränderung in BaWü, RLP und im Bund zu erwarten

Ein Gespräch mit dem Politikwissenschaftler Prof. Dirk van den Bomm wenige Tage vor den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und in Baden-Württemberg

Holger Büchner. Onlinefassung: Rick Reitler   05.03.2021 | 12:40 Uhr

Der Politikwissenschaftler Dirk van den Boom sieht im Wahljahr 2021 keine großen Veränderungen für die Regierungskoalitionen in Mainz, Stuttgart und im Bund. Vielleicht aber könnten Freie Wähler in Rheinland-Pfalz und neue ökologische Parteien in Baden-Württemberg Stimmen dazu gewinnen.

Dirk van den Boom (Foto: SR)
Prof. Dirk van den Boom

Am 14. März 2021 finden die Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz statt. ARD-Umfragen zeigen: Die Grünen mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann und die SPD mit Landeschefin Malu Dreyer haben erneut beste Chancen, vier weitere Jahre weiter regieren zu können.

Das liege auch an den Rollen, die den CDU-Gegenkandidatinnen und -kandidaten als Angehörige der Bundesregierungsparteien momentan innehätten, vermutet der Politikwissenschaftler Prof. Dr. Dirk van den Boom im Gespräch mit SR-Moderatorin Yvonne Schleinhege.

BaWü: Neue ökologische Kräfte im Kommen

Die baden-württembergische CDU-Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann habe als amtierende Kultusministerin "einen der undankbarsten Jobs, die man zurzeit in einer Landesregierung haben" könne. Zudem habe Eisenmann sich manchmal "unglücklich verhalten", sagte van den Boom. Die CDU in Baden-Württemberg sei deshalb wieder "sehr weit entfernt" davon, die Grünen als stärkste Partei abzulösen. In Baden-Württemberg seien es eher neue ökologische Parteien, die am Ergebnis von Ministerpräsident Winfrid Kretschmann "nagen" könnten. Denn das grüne Wählerpotenzial insgesamt sei in dem Land "ausgeschöpft".

RLP: Freie Wähler mit Chancen

In Rheinland-Pfalz könnten eher die Freien Wähler den rheinland-pfälzischen CDU-Spitzenkandidaten Christian Baldauf Stimmen kosten, vermutet van den Bloom. Diese seien schon "sehr sehr nah" an die Fünf-Prozent-Hürde gerückt und bilden nach Einschätzung von van den Bloom jetzt eine Option für konservative Nicht-CDU-Wähler, die sich nach der Verdachtsfall-Diskussion um die "Alternative für Deutschland" als AfD-Gegner positionieren wollten.

Weiter Schwarz-Rot im Bund?

Für die Bundestagswahl im September rechnet van den Boom ebenfalls nicht mit großen Veränderungen. Noch immer bestehe eine "recht stabile Lage" für weitere vier Jahre schwarz-rote Koalition. Es werde allerdings durchaus eine Rolle spielen, welchen Kanzlerkandidaten die Union aufstellen werde - gerade mit Blick auf die Corona-Krise. Die Frage sei allerdings, ob die SPD sich überhaupt auf weitere vier Jahre GroKo im Bund einlassen oder den Grünen den Vortritt als Koalitionspartner lassen wolle.

Der SR 2-ProgrammTipp:

SR 2 KulturRadio sendet am Wahlsonntag, 14. März, ab 18.04 Uhr ein dreistündiges "Wahl spezial" mit Prof. Dirk van den Bloom.

Sonntag, 14. März 2021, 18.04 bis 21.00 Uhr
Wahl spezial
In unserer Wahlsondersendung hat Peter Weitzmann die aktuellen Hochrechnungen, Prognosen und ersten Reaktionen auf das Ergebnis der Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Für ausführliche Analysen sorgt Politikwissenschaftler Prof. Dr. Dirk van den Boom.


Ein Thema in der Sendung "Bilanz am Mittag" am 05.03.2021 auf SR 2 KulturRadio. Das Symbolbild ganz oben zeigt eine Landtagswahl-Urne (Archivfoto: SR Fernsehen).

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