"Frankreich is not amused"

"Frankreich is not amused"

Ein Beitrag über die Reaktionen aus Frankreich zur Erklärung des Départements Moselle zum Virusvariantengebiet durch die Bundesregierung

Sabine Wachs. Onlinefassung: Rick Reitler   01.03.2021 | 15:05 Uhr

Die Reaktionen aus Frankreich zur Erklärung des Départements Moselle als "Virusvariantengebiet" durch die deutsche Bundesregierung und die damit einhergehenden Auflagen für Grenzgängerinnen und Grenzgänger aus Frankreich sind alles andere als positiv. Sabine Wachs berichtet aus Paris.

Einstufung als Virusvariantengebiet
Das gilt beim deutsch-französischen Grenzübertritt
Was bedeutet die Einstufung als Virusvariantengebiet für den Grenzverkehr zwischen Frankreich und dem Saarland?

Ab Dienstag, 2. März, gelten nach dem Willen der Bundesregierung verschärfte Einreisebestimmungen für Menschen, die aus dem Département Moselle nach Rheinland-Pfalz bzw. ins Saarland gelangen wollen. Sogar die rund 16.000 Berufspendlerinnen und - pendler müssen dann einen negativen Coronatest vorweisen, der nicht älter als 48 Stunden sein soll.

"Extrem brutal"

Kein komplettes "Grenzen dicht" also wie im Frühjar 2020 - trotzdem herrscht viel Unmut über die Erklärung des Départements als "Virusvariantengebiet" durch die Bundesregierung. Kritik diesseits der Grenze kam bereits u. a. von den Linken und der SPD im Saarland, und in Frankreich befürchtet u. a. Clément Beaune, Staatssekretär für europäische Angelegenheiten, die Folgen der Berliner Entscheidung. Auch Jean Rottner, der Präsident der Region Grand-Est, zeigte sich "sehr überrascht von dieser extrem brutalen Entscheidung, die Deutschland getroffen hat", berichtet Paris-Korrespondentin Sabine Wachs.

Auch Frankreich hatte verschärft

Frankreich hatte bereits vor einer Woche seine Einreiseregeln für Teile des Grenzgebiets zu Deutschland verschärft: Für alle nicht-beruflichen Fahrten in den französischen Verwaltungsbezirk Moselle ist seitdem ein negativer PCR-Test nötig.


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Grenzdepartmement Moselle wird Virusvariantengebiet
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Der Entscheidung des Robert-Koch-Instituts waren offenbar intensive Gespräche zwischen der deutschen und der französischen Seite vorausgegangen. Nun wird in Frankreich die Einstufung des Départements Moselle als Virusvariantengebiet heftig kritisiert. Die Regierung in Paris hatte am Donnerstag ihrerseits die Einreisebestimmungen verschärft, um weitere Schritte der Bundesregierung abzuwenden. Aus Paris berichtet SR-Korrespondentin Sabine Wachs.

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Die Bundesregierung stuft das Département Moselle als “Virusvariantengebiet” ein. Das hat Regierungssprecher Alexander Zeyer auf SR-Nachfrage bestätigt. Auch das Robert-Koch-Institut hat die Einstufung am Sonntag bekanntgegeben.

Nach Entscheidung der Bundesregierung
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Die Bundesregierung hat das Département Moselle am Sonntag als “Virusvariantengebiet” eingestuft. Damit gelten ab Dienstag strenge Auflagen für die Einreise nach Deutschland. Allerdings soll es keine Grenzkontrollen geben wie an den Grenzen zu Tschechien und Tirol. Linksfraktion und die Saar-SPD kritisieren die Entscheidung der Bundesregierung.


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Frankreich verschärft Einreisebestimmungen
Wegen der Häufung hoch ansteckender Coronavirus-Varianten verschärft Frankreich die Einreiseregeln für Teile des Grenzgebiets zu Deutschland: Laut dem Gesundheits- und Europaministerium in Paris ist ab Montag für alle nicht-beruflichen Fahrten in den französischen Verwaltungsbezirk Moselle ein negativer PCR-Test nötig.

Bei Tests und Nachverfolgung
Saarland und Moselle kooperieren
Das Saarland und das Nachbardépartement Moselle werden bei der grenzüberschreitenden Kontaktnachverfolgung und beim Testen enger zusammenarbeiten, um erneute Grenzschließungen zu vermeiden.


Ein Thema u. a. in der Sendung "Der Morgen" vom 01.02.2021 auf SR 2 KulturRadio. Das Bild ganz oben zeigt ein Grenzschild zwischen dem Saarland und dem Département Moselle (Archivfoto: SR Fernsehen).

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