Kommentar: "Perspektiven? Ja, bitte!"

"Perspektiven? Ja, bitte!"

Die Meinung von Eva Ellermann vom ARD-Hauptstadtstudio

Onlinefassung: Rick Reitler   23.02.2021 | 07:25 Uhr

Nach fast vier Monaten Lockdown ist es für die Bundesregierung an der Zeit, den Menschen Hoffnung zu machen, meint Eva Ellermann vom ARD-Hauptstadtstudio: Die "schweigende Mehrheit" halte nur durch, wenn sie sich wieder auf etwas freuen dürfe. Viele seien inzwischen "mit den Nerven runter". Ein Kommentar.

Einfach mal wieder mit Freundinnen und Freunden ausgehen, auf einen Kaffee, zum Fußballspielen oder zur Shoppingtour - das klingt nach knapp vier Monaten des Lockdowns in Deutschland wie ein Szenario aus einer anderen Welt. In der Realität dreht sich in der Politik noch immer alles um Inzidenzzahlen und FFP2-Masken, Abstand und Homeoffice.

Menschen "mit den Nerven runter"

Nun hat Bundeskanzlerin Angela Merkel das Wort "Öffnungsschritte" ausgesprochen - die allerdings müssten "gekoppelt mit vermehrten Tests klug eingeführt werden". Für Eva Ellermann aus dem ARD-Hauptstadtstudio sind gewisse Lockerungen dringend geboten, denn viele Bürgerinnen und Bürger seien längst "mit den Nerven runter", die Zustimmung zur Corona-Politik der Bundesregierung sinke, und der Druck aus Wirtschaft, Opposition und Gesellschaft wachse.

"Vorsichtige Schritte"

Ihrer Meinung nach geht es nun gar nicht mehr anders, als Hoffnung zu machen: "Eine Perspektive ist nötig", so Ellermann. Es gehe nun um "vorsichtige Schritte, nicht um Öffnungsdiskussionsorgien". Denn die "schweigende Mehrheit" halte nur durch, wenn sie sich wieder auf etwas freuen dürfe.

Ein Kommentar von Eva Ellermann


Der andere Blickwinkel:

Politik im Dilemma
"Die Leute wollen einfach raus aus dieser Situation"
Nach Einschätzung von Hauptstadt-Korrespondentin Barbara Kostolnik steckt die Politik in Deutschland "in einem sehr echten Dilemma" zwischen Mutationenausbreitung und gesellschaftlichem Leidensdruck. Zudem gebe es auch nach dem Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz noch keinen Impftermin für Lehrkräfte und Kita-Personal. Ein Interview.

Hauptstadt-Korrespondent Andreas Reuter
Kultur- und Sportverbände legen Öffnungskonzept vor
Deutsche Sport- und Kulturverbände haben ein einheitliches Konzept zur Wiederaufnahme des Veranstaltungsbetriebs vorgestellt. SR-Moderatorin Gabi Szarvas hat mit Hauptstadt-Korrespondent Andreas Reuter über die Vorstellungen und Empfehlungen der Interessenvertreter gesprochen.


Mehr zum Thema im Archiv:

Kinobetreiber Michael Krane zum Lockdown
"Es nervt nur noch"
Der Saarbrücker Kinobetreiber Michael Krane hat eine Öffnungsperspektive bis spätestens Pfingsten gefordert. Die augenblickliche Situation könne "kein Zustand auf alle Ewigkeit sein". Nur dank der Hilfsgelder und der Unterstützungsbereitschaft des Publikums sei er "immer noch da". Ein Interview.

Saarländische Kulturszene
Zwischen Verzweiflung und Hoffnung
Schon seit Monaten hat die Kulturszene kaum eine Chance, aufzutreten oder selbst Geld zu verdienen. Trotz der finanziellen Hilfe durch den Steuerzahler geht es für viele längst an die Substanz. Das sieht auch im Saarland nicht anders aus. SR-Reporter Patrick Wiermer mit einem Stimmungsbild.

Corona-Krise
Wie viel Lockdown verträgt unsere Gesellschaft?
Der Lockdown dauert an mit dem Fokus auf die körperliche Gesundheit. Doch wie steht es mit der psychischen Gesundheit und den gesellschaftlichen Folgen? Wir haben mit einem Philosophen des Deutschen Ethikrates über das Thema gesprochen.


Hintergrund:

Nach dem Bund-Länder-Treffen
Lockdown bis mindestens zum 7. März
Der Lockdwown wird nach dem Beschluss der Bund-Länder-Konferenz vom 10. Februar vorerst bis zum 7. März verlängert. Einige Zugeständnisse gab's für das Friseurhandwerk, Schulen und Kitas, Verschärfungen beim Inzidenzwert. Hauptstadt-Korrespondent Ulli Hauck erläutert die Details.


Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" am 23.02.2021 auf SR 2 KulturRadio. Das Symbolbild ganz oben zeigt ein Schild mit der Aufschrift "Stammtisch reserviert" auf dem leeren St. Johanner Markt in Saarbrücken (Archivfoto: Sebastian Knöbber).

Artikel mit anderen teilen

Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja