Wie steht's heute mit der deutsch-französischen Freundschaft?

Wie groß ist der Schaden durch die Corona-Politik heute?

Ein Beitrag zum Tag der deutsch-französischen Freundschaft am 22. Januar 2021

Carolin Dylla. Onlinefassung: Rick Reitler   22.01.2021 | 06:20 Uhr

Im Frühjahr 2020 hatte die einseitige Grenzschließung der Landesregierung für viel Verdruss im Saarland und in Frankreich gesorgt. Wie sieht es am 22. Januar 2021, dem Tag der Deutsch-Französischen Freundschaft, damit aus? Ein Bestandsaufnahme aus regionaler Sicht von SR-Reporterin Carolin Dylla.

Es waren Bilder, die man in Europa fast schon vergessen glaubte: Autobahn-Kontrollen, Barrikaden an den so genannten "kleinen Grenzübergängen", rot-weißes Flatterband quer über der Freundschaftsbrücke zwischen Klein- und Großblittersdorf. Deutschland und andere EU-Staaten hatten im Frühjahr ihre Grenzen aus Angst vor dem Corona-Virus dichtgemacht.

Grenzüberschreitende Krise

Im Saarland hatte Ministerpräsident Tobias Hans die Schranken gen Lothringen sogar ohne Rücksprache mit den Nachbarn schließen lassen - zum Unmut vieler grenznaher Anwohner hüben wie drüben. Politisch kriselte es, manch einer sah die deutsch-französische Freundschaft und die EU in Gefahr.

Wie sieht es am 22. Januar 2021, dem Tag der Deutsch-Französischen Freundschaft damit aus? Ein Bestandsaufnahme aus regionaler Sicht von SR-Reporterin Carolin Dylla.


Freundschaft ohne Grenzen
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Zwei Länder, die sich in der Geschichte immer wieder in Kriegen gegenüberstanden, haben heute eine besondere Beziehung: Die deutsch-französische Freundschaft ist vor allem in der Grenzregion zwischen dem Saarland und der Region Grand Est in Frankreich stark. Doch seit einem Jahr steht sie vor einer Zerreißprobe: Das Coronavirus kennt keine Ländergrenzen – aber es hat die Freundschaft an die Grenzen gebracht.


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Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 22.01.2021 auf SR 2 KulturRadio. Das Symbolbild ganz oben zeigt ein heruntergerissenes Sperrband auf der grenzüberschreitenden Freundschaftsbrücke zwischen Kleinblittersdorf und Grosbliederstroff (Archivfoto: Carolin Dylla).

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