Lehrergewerkschaft fordert kompletten Schul-Lockdown

Lehrergewerkschaft fordert kompletten Schul-Lockdown

Ein Beitrag zum Widerstand der Lehrergewerkschaft GEW gegen die Corona-Politik des saarländischen Kultusministeriums

Katrin Aue. Onlinefassung: Rick Reitler   21.01.2021 | 06:20 Uhr

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat unter Verweis auf die hohe Belastung für die Lehrerschaft und den ÖPNV eine vollständige Schließung aller Schulen im Saarland gefordert. Ein Stufenplan mit Wechselmodellen dürfe erst dann kommen, wenn der Inzidenzwert unter 50 liege.

"Weiterer Präsenzunterricht für Abschlussklassen wurde einstimmig beschlossen"
Audio [SR 3, Gerd Heger / Christine Streichert-Clivot, 20.01.2021, Länge: 08:48 Min.]
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Trotz harter Debatten hat sich der Corona-Gipfel von Bund und Ländern am 19. Januar entschieden, Schulen, Kitas und Kindergärten mindestens bis zum 14. Februar geschlossen zu lassen. Doch fast überall in Deutschland gibt es Ausnahmen.

Im Saarland zum Beispiel dürfen Abiturientinnen und Abiturienten sowie andere Schülerinnen und Schüler älterer Jahrgänge nach dem Willen von Bildungsministerin Streichert-Clivot (SPD) zum Präsenzunterricht in die Schule gehen.

Kritik von Gewerkschaftsseite

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) findet das falsch - und verlangt unter Verweis auf die hohe Belastung für die Lehrerschaft und die vollen Schulbusse eine vollständige Schließung aller Schulen, bis der Inzidenzwert unter 50 liegt. Danach solle es mit einem Stufenplan mit Wechselmodellen weiter gehen, so die Forderung der GEW.


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Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" am 21.01.2021 auf SR 2 KulturRadio. Das Symbolbild ganz oben zeigt einige wenige ältere Schülerinnen und Schüler im Präsenzunterricht (Foto: SR Fernsehen).

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