Über Joe Biden und die "gespaltenen Staaten von Amerika"

Über Joe Biden und die "gespaltenen Staaten von Amerika"

Ein Gespräch mit Prof. Florian Böller, Juniorprofessor für Transatlantische Beziehungen an der TU Kaiserslautern, nach der Vereidigung von Joe Biden als US-Präsident

Katrin Aue. Onlinefassung: Rick Reitler   21.01.2021 | 08:45 Uhr

Für Prof. Florian Böller, Experte für transatlantische Beziehungen, liegt die erste Herausforderung für US-Präsident Joe Biden in der Bewältigung der Corona-Krise. Zudem müsse Biden dafür sorgen, die Spaltung im Land "zumindest ein Stück weit" zu überwinden, so Böller im SR-Interview.

Vor dem neuen US-Präsidenten Joe Biden liegt viel Arbeit. Und so unterzeichnete er bereits kurz nach seiner Vereidigung am 20. Januar die ersten Executive Orders - die ersten präsidialen Anweisungen also. Es soll möglichst viel von dem rückgängig gemacht werden, was Donald Trump in den vergangenen vier Jahren geschaffen hatte.

Große Herausforderungen

Für Prof. Florian Böller, Juniorprofessor für Transatlantische Beziehungen an der TU Kaiserslautern, ist die erste zentrale Herausforderung für Biden die Corona-Pandemie - sowohl was die gesundheitliche, als auch was die wirtschaftliche Seite angeht. Zudem müsse Biden es schaffen, die Spaltung der Vereinigten Staaten "zumindest ein Stück weit" zu überwinden, so Böller im Gespräch mit SR-Moderatorin Katrin Aue.

Online-Vortrag

Am Abend hält Dr. Florian Böller ab 18.30 Uhr auf Einladung der Union Stiftung und in Kooperation mit dem Deutsch-Amerikanischen Institut einen Online-Vortrag zum Thema "Healing the Nation? Präsident Biden und die gespaltenen Staaten von Amerika". Der Stream wird über Zoom ausgestrahlt:

https://zoom.us/j/94808150169
Webinar ID: 948 0815 0169

Zusätzlich bietet die Union Stiftung den Stream auch auf Facebook an: www.facebook.de/unionstiftung


"Biden versucht sofort, Akzente zu setzen"
Audio [SR 2, Katrin Aue im Gespräch mit Julia Kastein, 21.01.2021, Länge: 03:20 Min.]
"Biden versucht sofort, Akzente zu setzen"
Die Ära Donald Trump ist vorbei. Kaum war Joe Biden, sein Nachfolger als US-Präsident, im Amt, machte er er viele Entscheidungen seines Vorgängers rückgängig. "Er hat gleich 20 präsidiale Dekrete fast unterzeichnet", bestätigte Amerika-Korrespondentin Julia Kastein im Gespräch mit SR-Moderatorion Katrin Aue. So werden die USA unter Joe Biden in Kürze wieder dem Pariser Klimaabkommens und der WHO beitreten. Auch den Bau der Mauer zu Mexiko stoppte Biden. Das allerwichtigste sei für ihn allerdings, "die Pandemie in den Griff zu bekommen". Nicht alle Beschlüsse Bidens aber werden bei vielen der 74 Millionen Trump-Anhängerinnen und -Anhänger gut ankommen, so Kastein. Und ob genügend Republikaner den geplanten Mehr-Ausgaben der Regierung Biden werden überzeugen lassen, stehe bei den knappen Mehrheitsverhältnissen auch noch nicht fest.


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Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" am 21.01.2021 auf SR 2 KulturRadio. Das Bild ganz oben zeigt US-Präsident Joe Biden bei der Unterzeichnung seiner ersten Anordnungen (Executive Orders) im Oval Office des Weißen Hauses (Foto: picture alliance/dpa/AP | Evan Vucci).

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