"Das Kaiserreich muss neu thematisiert und kritisiert werden"

"Das Kaiserreich muss neu thematisiert und kritisiert werden"

Ein Gespräch mit dem Historiker Dr. Tillmann Bendikowski über den Jahrestag der Gründung des deutschen Reiches am 18. Januar 1871

Kai Schmieding. Onlinefassung: Rick Reitler   13.01.2021 | 08:20 Uhr

Der Hamburger Historiker Tillman Bendikowski betrachtet das Jubiläum des Gründungstags des Deutschen Reiches am 18. Januar 1871 keineswegs als einen Grund zum Feiern. Im SR-Interview sparte er nicht mit Kritik an der deutschen Geschichte - von der Ära Bismarck bis heute.

Am 13. Januar wird Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eine Rede "Zur Gegenwart der deutschen Geschichte" halten. Anlass ist eine Tagung mit internationalen Historikern und Historikerinnen zum 150. Jahrestag der Gründung des Deutschen Reiches am 18. Januar 1871.

Warnung vor aggressiver "Einheitsrhetorik"

Der Hamburger Historiker und Publizist Tillman Bendikowski ("1870/71 - Der Mythos von der Deutschen Einheit") sieht diesen Tag aber keineswegs als einen Grund zum Feiern. Schon das "Spektakel" im Spiegelsaal von Versailles anno 1871 sei ein "hochnotpeinliches Ereignis" gewesen, sagte Bendikowski im Gespräch mit SR-Moderator Kai Schmieding. Auch die "Einheitsrhetorik", die es seit der Wiedervereinigung Deutschlands im Jahr 1990 gebe, wirke bis heute auf das Ausland "aggressiv".


Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 13.01.2021 auf SR 2 KulturRadio. Das Archivbild ganz oben zeigt eine Statue des ersten deutschen Reichskanzlers Otto von Bismarck (1815-1898), Berlin (Foto: picture alliance / dpa | Thalia Engel).

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