Jean Asselborn wehrt sich gegen Tobias-Hans-Kritik

Jean Asselborn wehrt sich gegen Tobias-Hans-Kritik

Der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn wehrt sich gegen die Kritik von Saar-Ministerpräsident Tobias Hans zu den Lockdown-Lockerungen im Großherzogtum

Sonja Marx. Onlinefassung: Rick Reitler   07.01.2021 | 06:25 Uhr

Jean Asselborn, der Außenminister von Luxemburg, hat sich gegen die Kritik von Saar-Ministerpräsident Tobias Hans gewehrt, der die Lockerungen in der Corona-Politik des Großherzogtums als "verantwortungslos" gescholten hatte. Auf eine gemeinsame europäische Linie würde man "noch im Jahre 2050 warten", so Asselborn.

Verschärfter Lockdown in Deutschland - Lockerungen in Luxemburg: Das Staunen war groß auf deutscher Seite, als die luxemburgische Regierung verkündete, dass sie ab dem 11. Januar wieder Schulen, Kitas, Geschäfte, Kinos und Theater im Großherzogtum öffnen werde. Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans reagierte mit ungewöhnlich heftiger Kritik, nannte den Schritt u. a. "verantwortungslos" und eine "Belastung für die Großregion".

Gemeinsame EU-Lösung nicht in Sicht

Jean Asselborn, der Außenminister von Luxemburg, ließ das nicht auf sich beruhen: "Einige dieser Kritikpunkte sind natürlich mit den Haaren herbeigezogen", sagte Asselborn im SR. Es handele sich nicht um Lockerungen, sondern um "Anpassungen". Er bedauerte, dass es offensichtlich nicht zu einer gemeinsamen europäischen Linie in der Corona-Politik kommen könne: "Um auf die zu warten, würden wir noch im Jahre 2050 warten".


Im Interview: Christiane Kleer, Radio 100,7 Luxemburg
Spannungen zwischen Luxemburg und dem Saarland "nicht ausgeschlossen"
Christiane Kleer vom Radiosender 100,7 Luxemburg geht nicht davon aus, dass die Beziehungen zwischen dem Saarland und dem Großherzogtum wegen des Streits um Corona-Lockerungen dauerhaft Schaden nehmen werden - "Spannungen" aber seien nicht ausgeschlossen. Ein Interview.


Hintergrund:

Lockdown in der Region
Hans kritisiert Lockerungen in Luxemburg
Saar-Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) hat die geplanten Lockerungen in Luxemburg scharf kritisiert. Das Großherzogtum will ab dem 11. Januar Schulen, Einzelhandel sowie Sport- und Kulturstätten wieder öffnen. Gaststätten sollen hingegen geschlossen bleiben.

Gastronomie bleibt geschlossen
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Die Regierung in Luxemburg hat Lockerungen der Corona-Einschränkungen verkündet. Ab dem 11. Januar öffnen Schulen, Einzelhandel sowie der Sport- und Kultursektor. Gaststätten bleiben hingegen geschlossen.

Bund-Länder-Beratungen
Lockdown wird verlängert und verschärft
Bund und Länder haben sich auf eine Verlängerung des Corona-Lockdowns bis vorerst zum 31. Januar geeinigt. Kontaktbeschränkungen werden verschärft und in Hotspots der Bewegungsradius beschränkt. Auch der Lockdown für Schulen und Kitas wird verlängert.


Ein Thema u. a. in der Sendung "Der Morgen" am 07.01.2021 auf SR 2 KulturRadio. Das Bild ganz oben zeigt Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn (Foto: picture alliance/dpa | Oliver Dietze).

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