Landeselternvertretung kritisiert Kultusministerium

Landeselternvertretung kritisiert Kultusministerium

Ein Gespräch mit Katja Oltmanns, der Vorsitzenden der Landeselternvertretung der Gymnasien, zu den Auswirkungen der Lockdown-Politik auf Eltern schulpflichtiger Kinder

Sonja Marx. Onlinefassung: Rick Reitler   04.01.2021 | 07:45 Uhr

Katja Oltmanns, die Vorsitzende der Landeselternvertretung der Gymnasien im Saarland, hat das Kultusministerium für ihre Corona-Politik an den Schulen kritisiert: Sie verlangte u. a. langfristige Planungssicherheit für die Betroffenen und Klarheit über die Pläne zur Aufarbeitung der Lerndefizite.

Besonders Eltern von Schulkindern verfolgen die Diskussion um eine erneute Verlängerung des harten Lockdowns mit gemischten Gefühlen: Kommt das "Home-Schooling" wieder? Gibt es Wechselunterricht?

Für langfristige Planung

"Dritte Welle verhindern"
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Vor den Bund-Länder-Beratungen über die Anti-Corona-Maßnahmen am 5. Januar hat sich Ministerpräsident Tobias Hans für eine Verlängerung des Lockdowns ausgesprochen.

Während Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) der Verlängerung der strengen Maßnahmen positiv gegenüber steht, war von Kultusministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) bislang wenig dazu zu hören.

"Wir erwarten, dass wir eine langfristige Planung bekommen", forderte Katja Oltmanns, die Vorsitzende der Landeselternvetretung der Gymnasien im Saarland, im Gespräch mit SR-Moderatorin Sonja Marx. Darauf warte man im Grunde bereits seit März 2020. Für die Betroffenen sei es "immens wichtig, sich auf etwas einstellen zu können - was auch immer das jetzt sein mag".

Lerndefizite aufholen - aber wie?

Es sei "über Monate versäumt worden", die Eltern mit einzubinden und ihre Sorgen ernst zu nehmen, kritisierte Oltmanns. Zudem habe es seit Beginn der Pandemie keine klare Aussage von Seiten des Ministeriums darüber gegeben, wie die Lerndefizite der Schülerinnen und Schüler aufgeholt werden sollten.

Online-Unterricht genügt nicht

Die Lernplattform "Online Schule Saarland" allein sei "absolut" keine Alternative zum Präsenzunterricht. Sie selbst präfereriere angesichts der Corona-Pandemie wenigstens "eine Art Wechselmodell" zwischen Präsenz- und Online-Unterricht und hoffe dabei auf eine Einbeziehung der Eltern und "eine größere Entscheidungskompetenz" der "Schulen vor Ort".

Lernplattform „Online Schule Saarland“  (Foto: SR)
Lernplattform „Online Schule Saarland“


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Ein Thema u. a. in der Sendung "Der Morgen" am 04.01.2021 auf SR 2 KulturRadio.

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