Die Zukunft der Bahn in Österreich und Frankreich

Wie Wien und Paris sich die Bahn der Zukunft vorstellen

Über die Situation des Bahnverkehrs in Österreich und Frankreich

Jochen Marmit, Christoph Peerenboom, Sabine Wachs. Onlinefassung: Rick Reitler   30.06.2020 | 13:45 Uhr

Am 30. Juni hat das Bundesverkehrsministerium seinen "Masterplan Schienenverkehr" vorgestellt: Nach Schweizer Vorbild soll ein bundesweiter Taktfahrplan namens "Deutschlandtakt" eingeführt und mehr Geld in zeitgemäße Technik gesteckt werden. Ideen für die Zukunft der Schiene haben auch Österreich und Frankreich - das eine Land mehr, das andere weniger.

Wien: Flatrates angedacht

Das im europäischen Maßstab überdurchschnittlich gerne genutzte Schienennetz in Österreich soll nach dem Willen der konservativ-grünen Bundesregierung mit neuen Verbindungen ausgebaut werden. Außerdem soll der Fahrplan der ÖBB besser getaktet und die Betriebszeit erweitert werden. Nachtzüge sollen W-LAN bekommen und die Verschränkung von Bahn und Mietauto soll mit dem Car-Sharing-Programm "Rail and Drive" optimiert werden. Nachgedacht werde zudem über eine Jahresflatrate namens "1-2-3-Ticket" für 365 Euro, mit der man innerhalb eines Bundeslandes sämtliche öffentlichen Verkehrsmittel nutzen können soll, berichtet Korrespondent Christoph Peerenboom. Wer eine freie ÖPNV-Nutzung für ganz Österreich nutzen wolle, müsse dafür die dreifache Summe bezahlen.

Paris: TGV, Ouigo

So etwas wie einen "Masterplan Schienenverkehr" für das staatliche Bahnunternehmen SNCF gibt es in Frankreich nicht, wie Korrespondentin Sabine Wachs berichtet. Über den Umweg der Umstrukturierungspläne für die Luftfahrtbranche könnte für die Bahn aber doch etwas abfallen: Inlandsflüge für Strecken, die in weniger als zwei Stunden auf der Schiene bewältigt werden können, sollen gestrichen werden. Der Hochgeschwindigkeitszug TGV sei heute schon in der Lage, eine rund 600 km lange Distanz wie jene zwischen Bordeaux und Paris in nur wenig mehr als zwei Stunden zu schaffen. Mit dem Hochgeschwindigkeitszug "Ouigo" existiere in Frankreich zudem bereits eine Art "Billigfliger auf der Schiene". Grundsätzlichen Verbesserungsbedarf sieht Wachs vor allem bei den etwas in die Jahre gekommenen Passagierwaggons und dem Verbindungsangebot außerhalb der großen Städte Frankreichs.

Mehr zum Thema "Masterplan Schiene":

Fährt die Bahn bald im "Deutschlandtakt"?
Audio [SR 2, Dirk Rodenkirch, 30.06.2020, Länge: 02:43 Min.]
Fährt die Bahn bald im "Deutschlandtakt"?
Am 30. Juni will Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) seinen "Masterplan Schienenverkehr" präsentieren: Nach Schweizer Vorbild soll ein bundesweiter Taktfahrplan namens "Deutschlandtakt" eingeführt und mehr Geld in zeitgemäße Technik gesteckt werden. Bis 2030 soll damit die Anzahl der Menschen, die Bahn fahren, verdoppelt werden.

Was bringt der "Schienenpakt Deutschland"?
Audio [SR 3, (c) SR/Michael Friemel, 30.06.2020, Länge: 04:16 Min.]
Was bringt der "Schienenpakt Deutschland"?
Verkehrsminister Scheuer will Bahnfahren attraktiver machen. Am Ende der Gespräche mit den Bahnverantwortlichen soll der "Schienenpakt Deutschland" unterzeichnet werden. SR-Moderator Michael Friemel hat darüber mit dem Verkehrsexperten Alexander Eisenkopf gesprochen.

tagesschau.de: "Schienenpakt" vorgestellt
Bahn mit Plan
Mehr Zugverbindungen, weniger Verspätungen - das verspricht der "Masterplan Schienenverkehr" der am 30. Juni vorgestellt wurde. Doch es gibt Zweifel an der Umsetzung.

Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 30.06.2020 auf SR 2 KulturRadio. Das Symbolbild ganz oben zeigt einen französischen TGV und einen deutschen ICE (Archivfoto: Daniel Weiland).

Artikel mit anderen teilen

Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja