"Italien und Deutschland verbindet eine enge Freundschaft"

"Italien und Deutschland verbindet eine enge Freundschaft"

Ein Gespräch mit Andrea Esteban Samà, dem italienischen Generalkonsul in Frankfurt am Main, über die Geschichte der Italiener im Saarland

Florian Mayer. Onlinefassung: Rick Reitler   18.12.2020 | 12:40 Uhr

1955 wurde das Anwerbeabkommen für Gastarbeiter zwischen Deutschland und Italien unterzeichnet - und bald versuchten die ersten Italiener ihr Glück auch auf dem saarländischen Arbeitsmarkt. Viele blieben bis heute. Ein Hintergrundgespräch mit Andrea Esteban Samà, dem italienischen Generalkonsul in Frankfurt am Main.

Gastarbeiter wurden gerufen, Menschen waren gekommen: Als der damalige deutsche Bundesarbeitsminister Anton Storch und der italienische Außenminister Geatano Martino 1955 in Rom das sogenannte Anwerbeabkommen unterzeichneten, ahnten sie kaum, dass viele der "Gastarbeiter" aus Italien dauerhaft in Deutschland bleiben würden.

Bessere Lebensbedingungen

Auch im Saarland war das nicht anders, wie Andrea Esteban Samà, der italienische Generalkonsul in Frankfurt am Main, im Gespräch mit SR-Moderator Florian Mayer bestätigt: Die italienischen Zuwanderer hätten hauptsächlich im Baugewerbe, im Straßenbau und in der Stahlindustrie, später auch in der Autoindustrie ihr Auskommen gefunden - und sich vielfach entschieden, wegen der besseren Lebensbedingungen für Familie und Kinder dauerhaft zu bleiben, statt - wie ursprünglich geplant - nur wenige Jahre Geld anzusparen und zurückzukehren.

Integration durch Arbeit

Von Anfang an hätten die Italiener den Wunsch vieler Saarländer geteilt, irgendwann ein eigenes Haus zu haben. Das habe neben "der Teilhabe an der Arbeitswelt" den Integrationsprozess gefördert, sagte Samà. Heute seien Italien und Deutschland durch "eine enge Freundschaft" verbunden.

Italien-Sehnsucht ungebrochen

Im Saarland seien zurzeit etwa 25.000 italienische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger gemeldet - mit den italienischstämmigen Menschen seien es noch mehr. Ihre Verbundenheit zu und Sehnsucht nach Italien sei aus seiner Sicht "nach wie vor ungebrochen", wie er bei der täglichen Arbeit im Konsulat immer wieder feststelle.


Ein Thema u. a. in der Sendung "Bilanz am Mittag" vom 18.12.2020 auf SR 2 KulturRadio. Das Symbolbild ganz oben zeigt einen italienischen Gastarbeiter in den 1960er Jahren auf dem Weg nach Rentrisch (Archivfoto: SR Fernsehen).

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