Über die USA "in Zeiten der Polarisierung"

Über die USA "in Zeiten der Polarisierung"

Ein Interview mit Politikexperte Prof. Michael Dreyer, Universität Jena, über den Stand der Dinge zur Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten von Amerika

Katrin Aue. Onlinefassung: Rick Reitler   14.12.2020 | 08:45 Uhr

Dass die 538 Wahlleute in den Vereinigten Staaten am 14. Dezember nicht mehrheitlich für Joe Biden stimmen könnten, hält der Politikexperte Prof. Michael Dreyer für nahezu ausgeschlossen. Problematisch sei allerdings die schon lange wachsende Polarisierung in der amerikanischen Gesellschaft, so Dreyer im SR-Interview.

Bislang konnte sich Donald Trump mit seinen Vorwürfen des Wahlbetrugs in Richtung der Demokraten nicht juristisch durchsetzen. Deshalb nimmt am 14. Dezember das reguläre Prozedere seinen Lauf: Die 538 Wahlleute der Vereinigten Staaten gegeb ihre Stimmen für jenen Kandidaten ab, der die Mehrheit der Stimmen der Bürgerinnen und Bürger in dem jeweiligen Bundesstaat bekommen hat.

Trumps Sieg "extrem unwahrscheinlich"

Dass das Ergebnis am Ende pro Trump ausfallen könnte, hält Prof. Michael Dreyer, Experte für Politische Theorie und Ideengeschichte an der Universität in Jena, für "extrem unwahrscheinlich". Der Vorsprung Bidens sei mit 36 Stimmen über der Mindestmarke "so gewaltig, dass da nichts mehr passieren wird", sagte Dreyer im Gespräch mit SR-Moderatorin Katrin Aue voraus.

Polarisierung "problematisch"

Problematisch sei allerdings die Tatsache, dass weder Trump noch große Teile seiner Anhängerinnen und Anhänger den Wahlsieg Bidens akzeptieren wollten. Die Polarisierung der amerikanischen Gesellschaft könnte sich nun weiter zuspitzen.


Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 14.12.2020 auf SR 2 KulturRadio. Das Foto ganz oben zeigt US-Präsident Donald Trump am 5. Dezember 2020 bei einer Kundgebung (Foto: picture alliance/dpa/AP | Ben Gray).

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