Scholz stellt Corona-Schutzschirm für Kulturbranche in Aussicht

Scholz stellt Corona-Schutzschirm für Kulturbranche in Aussicht

Ein Gespräch mit ARD-Hauptstadtkorrespondentin Franka Welz zum angekündigten "Corona-Schutzschirm" für die Veranstaltungsbranche

Sonja Marx. Onlinefassung: Rick Reitler   07.12.2020 | 06:25 Uhr

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hat im Berliner "tagesspiegel" so etwas wie einen "Corona-Schutzschirm" für Veranstaltungsausfälle in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres in Aussicht gestellt. Ein Interview mit Franka Welz vom ARD-Hauptstadtstudio.

Die Kultur- und Veranstaltungsbranche ist mit am härtesten von den Anti-Corona-Maßnahmen betroffen. Der Protest aus ihren Reihen wächst: Die finanzielle Hilfe aus Steuermitteln komme zu spät, sei zu gering und gehe oft an den Bedürfnissen vorbei, so lauten die Hauptvorwürfe an die Regierungen von Bund und Ländern. Dazu kommt die Unsicherheit, wann wieder große Konzerte und Festivals überhaupt wieder geplant werden können.

Ausfallgeld für Veranstalter

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hat nun im Berliner "tagesspiegel" u. a. so etwas wie einen "Corona-Schutzschirm" für Veranstaltungsausfälle in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres in Aussicht gestellt, bestätigt Franka Welz vom ARD-Hauptstadtstudio im Gespräch mit SR-Moderatorin Sonja Marx.

Olaf Scholz, SPD (Foto: Pasquale D'Angiolillo)
Archivbild: Bundesfinanzminister Olaf Scholz (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

Aufwendungen für Veranstaltungen, die "in optmistischer Erwartung" getätigt worden seien, sich aber nicht realisieren ließen, sollten dann abgerechnet werden können, erklärte Welz. Das Geld solle dann etwa für bereits bezahlte Saalmieten oder Konzertwerbung erstattet werden, so Scholz' Ankündigung.

Scholz habe zudem gesagt, dass er die Konzertveranstalter "mit dieser Maßnahme ermutigen wolle, jetzt wieder loszulegen, denn sonst sei die Pandemie irgendwann vorbei und es fänden trotzdem keine Konzerte mehr statt".


Konzertplanung im nächsten Jahr
Audio [SR 1, Daniel Simarro, 07.12.2020, Länge: 02:42 Min.]
Konzertplanung im nächsten Jahr
Viele Konzerte sind für nächstes Jahr schon geplant, aber ob diese wirklich stattfinden können, ist noch nicht sicher. Auch ist unklar, ob größere Künstler zum Beispiel aus Amerika zu uns nach Deutschland kommen können. Im SR1-Interview war Trixie Hussong zu Gast: Sie ist im Atelier und Rockhal in Luxemburg für das Künstler-Booking zuständig und hat uns erklärt, wie da der aktuelle Stand ist.


Mehr zum Thema im Archiv:

Sonderprogramm des Wirtschaftsministeriums
Veranstaltungsbranche erhält 1,5 Millionen Euro
Das saarländische Wirtschaftsministerium unterstützt die Veranstaltungsbranche zusätzlich zu den Hilfen des Bundes mit rund 1,5 Millionen Euro. Das teilte Staatssekretär Jürgen Barke (SPD) Ende November bei einem Gespräch mit Vertretern des Poprats mit.

Interview: Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger zu den Coronahilfen
"Wir sind bereit einzuspringen, wenn der Bund Lücken lässt"
Die saarländische Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) hat mehr Unterstützung für Selbstständige in der Veranstaltungs-, Kunst- und Gastro-Branche angekündigt. Im SR-Interview sprach sich Rehlinger für den sogenannten "Unternehmerlohn" aus.

Jazz-Professor Oliver Strauch
"Hier steht eine Berufsgruppe vor dem Kollaps"
Der Saarbrücker Schlagzeug-Professor Oliver Strauch hat einen Aufruf zur Rettung der Kulturszene gestartet. Momentan stehe "eine Berufsgruppe vor dem Kollaps", sagte er im Gespräch mit SR-Moderatorin Gabi Szarvas. Jeder Einzelne sei gefordert, sich für die Betroffenen einzusetzen.


Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 07.12.2020 auf SR 2 KulturRadio. Das Bild ganz oben zeigt eine Konzertbühne ohne Musikerinnen und Musiker (Archivfoto: DRP/Dirk Meyer).

Artikel mit anderen teilen

Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja