"Eine Demutsgeste im Namen seines Volkes"

"Eine Demutsgeste im Namen seines Volkes"

Ein Gespräch mit dem Historiker Peter Brandt über den historischen Kniefall seines Vaters am 7. Dezember 2020 im Warschauer Ghetto

Sonja Marx. Onlinefassung: Rick Reitler   07.12.2020 | 08:15 Uhr

Das Foto von Willy Brandts Kniefall im Warschauer Ghetto vom 7. Dezember 1970 gehört zu den großen ikonischen Aufnahmen des 20. Jahrhunderts. Welche Bedeutung hat die Geste über die Zeiten hinweg? Eine Einschätzung des Brandt-Sohnes und Historikers Peter Brandt.

Das Foto von Willy Brandts Kniefall im Warschauer Ghetto vom 7. Dezember 1970 gehört zu den großen ikonischen Aufnahmen des 20. Jahrhunderts. Der damalige Bundeskanzler gestand damit 25 Jahren nach Kriegsende nicht nur die moralische Verantwortung der Deutschen für die Gräueltaten des Naziregimes ein, sondern bekräftigte damit auch seine Anstrengungen für eine Wende in der Ostpolitik.

Demut trotz persönlicher Unschuld

In den Augen des Brandt-Sohnes und Historikers Peter Brandt liegt die große Besonderheit der Geste darin, dass Brandt persönlich Demut gezeigt habe, obwohl er selbst keinerlei Schuld an den Verbrechen der Nationalsozialisten auf sich geladen und das NS-Regime sogar bekämpft habe.

Der SR 2-ProgrammTipp:

Dienstag, 8. Dezember, 19.15 bis 20.00 Uhr: Kontinent
Jahrhundertgeste - 50 Jahre nach dem Kniefall von Warschau
Am 7. Dezember 1970 legte Bundeskanzler Willy Brandt am Ehrenmal der Helden des Ghettos in Warschau einen Kranz nieder. Danach sank er auf die Knie und verharrte schweigend für einen Moment. Wo stehen wir 50 Jahre später? Haben wir die Geschichte überwunden und sind wir auf dem Weg in eine enge europäische Nachbarschaft? Das Schwerpunktthema im europäischen Magazin "Kontinent" am 8. Dezember.


Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 07.12.2020 auf SR 2 KulturRadio. Das Bild ganz oben zeigt Bundeskanzler Willy Brandt (SPD) am 7. Dezember 1970 vor dem Mahnmal im einstigen jüdischen Ghetto, das den Helden des Ghetto-Aufstandes vom April 1943 gewidmet ist (Archivfoto: dpa).

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