Menschen mit Behinderung: "Nicht so viele arbeitslos geworden wie zu befürchten stand"

"Nicht so viele arbeitslos geworden wie zu befürchten stand"

Ein Interview mit Madeleine Seidel, Vorsitzende der Agentur für Arbeit Saarland, über den Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderung in Corona-Zeiten

Jochen Marmit. Onlinefassung: Rick Reitler   03.12.2020 | 07:15 Uhr

Zum Internationalen Tag für Menschen mit Behinderung hat die Vorsitzende der Agentur für Arbeit Saarland, Madeleine Seidel, im SR-Interview einen Blick auf die Lage von Menschen mit Handycap zu Corona-Zeiten geworfen: Deren Arbeitslosisgkeit sei mit zehn Prozent plus nicht ganz so stark gestiegen wie im Durchschnitt der Beschäftigten.

Madeleine Seidel, Agentur für Arbeit Saarland (Foto: Agentur für Arbeit Saarland)
Madeleine Seidel, Agentur für Arbeit Saarland

Die Corona-Krise stellt uns alle vor große Herausforderungen. Covid-19 hat nicht nur unser Leben und unsere Freizeit verändert, sondern auch unseren Arbeitsalltag. Vor allem Menschen mit Handycap trifft das hart. Viele von ihnen haben ihre Arbeit zumindest vorübergehend verloren, weil Betriebe und Werkstätten schließen mussten oder nicht mehr genug Aufträge hatten bzw. haben.

Mehr Arbeitslose

Doch deren Arbeitslosisgkeit sei mit zehn Prozent plus nicht ganz so stark gestiegen wie bei den restlichen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, die mit 17 Prozent betroffen seien, erklärte Madeleine Seidel, die Vorsitzende der Agentur für Arbeit Saarland, im Gespräch mit SR-Moderator Jochen Marmit.

Stand 2018 seien rund 12.600 Menschen mit Handycap im Saarland in Beschäftigung gewesen - 2000 mehr als noch zehn Jahre zuvor.

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Audio [SR 2, Sarah Sassou, 03.12.2020, Länge: 03:26 Min.]
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Menschen mit Behinderungen sollen ein Leben in Würde und mit den gleichen Rechten wie Leute ohne Einschränkungen führen können - das besagt die UNO-Behindertenrechtskonvention aus dem Jahr 2006. Aber noch immer sind nicht alle Probleme gelöst. Zum Beispiel ist es vor allem für Schwerbehinderte immer noch schwierig, einen ganz normalen Job zu finden. Zum internationalen Tag für Menschen mit Behinderungen, dem. 3. Dezember, hat SR-Reporterin Sarah Sassou eine ganz besondere Werkstatt besucht - nämlich die der Reha GmbH in Neunkirchen. Dort wird u. a. mit Wolle und Honig gearbeitet. Eine erneute Schließung der Einrichtung wegen der Corona-Krise wollen sowohl die Betreiber als auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unbedingt vermeiden.


Eine Mitarbeiterin der Imkerei der Reha GmbH in Neunkirchen-Heinitz (Foto: SR / Sarah Sassou)
Eine Mitarbeiterin der Imkerei der Reha GmbH in Neunkirchen-Heinitz (Foto: Sarah Sassou)

Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 03.12.2020 auf SR 2 KulturRadio. Das Bild ganz oben zeigt einen Menschen mit Sehbehinderung an einem Computer-Arbeitsplatz (Archivfoto: SR).

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