Lockdown: Arbeit und Schule bleiben, Freizeit wird eingeschränkt

Arbeit und Schule bleiben, Freizeit wird eingeschränkt

Ein Gespräch mit SR-Landespolitikredakteur Janek Böffel über die ab 2. November gültigen Lockdown-Verordnungen

Jochen Marmit. Onlinefassung: Rick Reitler   29.10.2020 | 07:15 Uhr

"Schulen, Kitas, Arbeit bleiben offen, beim Rest und vor allem der Ansatzpunkt bei der Freizeit, dort wird deutlich eingegriffen". SR-Landespolitikredakteur Janek Böffel fasst im SR-Interview die wichtigsten Lockdown-Verordnungen zusammen. Die größten Auswirkungen vermutet er für die Gastronomie.

Um die Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen, haben sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Länderchefs am 28. Oktober in einer Schaltkonferenz auf harte Einschnitte verständigt: Der zweite Lockdown in Deutschland beginnt am 2. November.

"Ansatzpunkt bei der Freizeit"

SR-Landespolitikredakteur bringt die neuen Verordnungen auf den Punkt: "Schulen, Kitas, Arbeit bleiben offen, beim Rest und vor allem der Ansatzpunkt bei der Freizeit, dort wird deutlich eingegriffen". "Theater, Opern, Konzerthäuser, Museen, Messen, Kinos, Freizeitparks, Spielhallen, Spielbanken, Wettannahmestellen, Schwimmbäder, Saunen, Fitnesstudios" - alles Mögliche werde geschlossen. Außerdem dürften sich nur noch zehn Personen aus maximal zwei Hausständen draußen und im Privaten treffen - das gelte auch für "Individualsport" wie Joggen oder Spazierengehen.

Als eine der größten Auswirkungen vermutet Böffel die Schließung der Gastronomie, für die nur noch die Ausgabe von Spiesen zum Mitnehmen erlaubt sei.

Kontrolle bei der Exekutive

Zur Durchsetzung solle die Bundespolizei die Ordnungsämter und die Polizei "ein bisschen zu Rate gezogen" werden. "Da geht's vor allem um die Symbolik", sagte Böffel. Das Parlament habe wegen des Infektoinsschutzgesetzes weder auf Landes- noch auf Bundesebene die "komplette parlamentarische Kontrolle", aber "eine Einbeziehung des Parlaments" sei "schon spürbarer": Im Saar-Landtag werde es eine Sondersitzung geben.

Hintergrund:

Diese Maßnahmen wurden beschlossen
Audio [SR 3, Florian Mayer, 29.10.2020, Länge: 01:18 Min.]
Diese Maßnahmen wurden beschlossen
Kontaktbeschränkungen: nur noch zehn Personen aus maximal zwei Hausständen dürfen draußen und im Privaten miteinander treffen. Bars, Kneipen und Restaurants, Kultur- und Freizeiteinrichtungen müssen schließen. Kitas und Schulen bleiben daggen offen, Friseur-Geschäfte auch, ebenso Betriebe des Groß- und Einzelhandels. Auf zehn Quadratmeter Verkaufsfläche darf sich aber nur ein Kunde aufhalten.

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Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 29.10.2020 auf SR 2 KulturRadio. Das Symbolbild ganz oben zeigt ein Schild mit der Aufschrift "Closed" (Geschlossen), Foto: pixabay/ BenediktGeyer.

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