Großdemo der Veranstaltungswirtschaft in Berlin

Großdemo der Veranstaltungswirtschaft in Berlin

Proteste gegen Bundesfinanzminister

Anja Dobrodinsky. Onlinefassung: Rick Reitler   28.10.2020 | 15:00 Uhr

#AlarmstufeRot – Unter diesem Motto demonstrieren seit den Mittagsstunden des 28. Oktober rund zehntausend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Veranstaltungswirtschaft in Berlin. Sie befürchten noch massivere Verluste bei den geplanten strengeren Corona-Auflagen. Vor allem Finanzminister Olaf Scholz (SPD) wird vorgeworfen, die Branche im Stich zu lassen.

#AlarmstufeRot – Unter diesem Motto demonstrierten seit den Mittagsstunden des 28. Oktober rund zehntausend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Veranstaltungswirtschaft in Berlin. Sie befürchten noch massivere Verluste bei den geplanten strengeren Corona-Auflagen.

Scholz in der Kritik

Vor allem Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) wird vorgeworfen, die Branche seit Monaten im Stich zu lassen. Die Protestierenden forderten ihn u. a. auf, mehr Geld bereitzustellen und sich einem Gespräch zu stellen.

Ebenso wie in der Gastronomie und in der Tourismusbranche seien auch in der Veranstaltungswirtschaft besonders viele Selbstständige und Mittelständler tätig, die einen zweiten Lockdown finanziell nicht überleben würden, hieß es. Es gehe dabei auch um die private Altersvorsorge der Betroffenen und um unzählige Arbeitsplätze.


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Ein Thema in der Sendung "Der Nachmittag" vom 28.10.2020 auf SR 2 KulturRadio. Das Bild ganz oben zeigt Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Großdemonstration des Aktionsbündnis #AlarmstufeRot zur Existenznot der Veranstaltungswirtschaft in der Corona-Krise vor dem Kanzleramt in Berlin (Foto: dpa / Jörg Carstensen).

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