Über die CDU "in der Bredouille"

Über die CDU "in der Bredouille"

Ein Gespräch mit SR-Hauptstadt-Korrespondent Uli Hauck am Tag nach der Absage des CDU-Parteitages

Jochen Marmit. Onlinefassung: Rick Reitler   27.10.2020 | 07:55 Uhr

Am Tag vor dem Corona-Strategietreffen zwischen der Kanzlerin und den Ministerpräsidenten steckt die CDU für Hauptstadt-Korrespondent Uli Hauck "in der Bredouille" - auch wegen den Spannungen zwischen Parteichef-Kandidat Friedrich Merz und Parteivorstand und -präsidium der Union. Ein Interview.

Wie ist die Stimmung bei der CDU am Tag nach der offiziellen Absage ihres Parteitages und vor dem nächsten Treffen zwischen der Kanzlerin und den Ministerpräsidenten?

Digitale Abstimmung "schwierig"

Hauptstadt-Korrespondent Uli Hauck sieht die Partei "in der Bredouille", weil die Wahl eines neuen Parteivorsitzenden auf digitalem Wege "schwierig" sei. Dazu komme die angespannte Lage zwischen Parteichef-Kandidat Friedrich Merz und Parteivorstand und -präsidium, denen Merz taktische Gründe für die Verschiebung des Bundesparteitages vorgeworfen hatte.

Verschwörung "weit hergeholt"

Es gebe in Berlin sicher viele in der Parteispitze der Union wie etwa Angela Merkel oder Annegret Kramp-Karrenbauer, "die kein Interesse daran haben, dass Friedrich Merz Parteivorsitzender wird", sagte Hauck, "aber das ist aus meiner Sicht schon sehr weit hergeholt, dass es sich hier um eine Verschwörung handeln soll". Dies sei schon "harter Tobak", denn Parteivorstand und -präsidium hätten aufgrund der Corona-Lage einstimmig über die Absage entschieden.

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Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 27.10.2020 auf SR 2 KulturRadio. Das Archivbild ganz oben zeigt (v.l.): Norbert Röttgen, Armin Laschet und Friedrich Merz (Foto: dpa / Michael Kappeler).

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