Paris: Gäste und Gastronomen leiden unter Ausgangssperre

Gäste und Gastronomen leiden

Ausgangssperre in Paris: Eindrücke vom Wochenende

Kathrin Hondl. Onlinefassung: Rick Reitler   19.10.2020 | 12:15 Uhr

Die Menschen in Paris sind alles andere als begeistert von der seit dem 17. Oktober gültigen Ausgangssperre. Die Restaurant- oder Barbesitzerinnen und -besitzer treiben vor allem Existenzängste um, ihre Gäste fürchten einen Niedergang des kulturellen Lebens, Vereinsamung und psychische Schäden.

Seit dem 17. Oktober gilt in neun großen Städten Frankreichs eine nächtliche Ausgangssperre, auch in Paris. Nur noch mit triftigem Grund dürfen sich Menschen zwischen 21 Uhr am Abend und 6 Uhr am Morgen auf der Straße blicken lassen. Restaurants und Bars müssen schließen, Theater und Kinos ebenfalls. Ausnahmen sieht die Regierung Macron nicht vor.

Existenzängste und psychischer Druck

Es handele sich um notwendige Corona-Maßnahmen, vor allem angesichts steigender Patientenzahlen auf den Intensivstationen, sagt die Regierung. Die Gastronomen und ihre Gäste aber sind alles andere als begeistert von den Einschränkungen, wie Paris-Korrespondentin Kathrin Hondl bei einem Abendspaziergang erfahren hat: Die Restaurant- oder Barbesitzerinnen und -besitzer treiben vor allem Existenzängste um, ihre Gäste fürchten einen Niedergang des kulturellen Lebens, Vereinsamung und psychische Schäden.


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Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" und "Der Nachmittag" vom 19.10.2020 auf SR 2 KulturRadio. Das Symbolbild ganz oben zeigt Polizisten bei der Kontrolle der nächtrlichen Ausgangssperre am 17. Oktober in Paris (Foto: dpa / XinHua / Sebastien Courdji).

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