Verzögerungen bei der gelben Tonne

Verzögerungen bei der gelben Tonne

Ein Beitrag über die Umstellung der saarländischen Abfallwirtschaft auf die Gelbe Tonne

Lisa Krauser. Mit Informationen von SR 1. Onlinefassung: Rick Reitler   13.10.2020 | 07:55 Uhr

Während die Landeshauptstadt Saarbrücken schon in Kürze mit dem Umstieg vom Gelben Sack auf die Gelbe Tonne beginnt, wird sich die Umstellung in vielen anderen Saar-Kommunen wohl bis ins Frühjahr 2021 hinziehen. Der Grund liegt meistens in Lieferproblemen oder knappen Vorbereitungszeiten, wie SR-Reporterin Lisa Krauser erfahren hat.

Gelbe Säcke oder besser die Gelbe Tonne? Darüber ist lange diskutiert worden. Seit dem Sommer steht fest: Anfang 2021 wird in 48 von 52 saarländischen Kommunen die Gelbe Tonne eingeführt. Dazu müssen aber erstmal alle betroffenen Haushalte eine Tonne bekommen.

Aus füre die Wertstofftonne

In der Stadt Saarbrücken geht es schon am 13. Oktober mit den Vorbereitungen zur Umstellung los. Für wenige Haushalte genügt dabei der Austausch der orangefarbenen Deckel der "Wertstofftonne" durch gelbe Tonnendeckel.

Die Einführung der Gelben Tonne wurde für die meisten Kommunen im Saarland im Sommer 2020 beschlossen  (Foto: SR/Patrick Wiermer)
Die Einführung der Gelben Tonne wurde für die meisten Kommunen im Saarland im Sommer 2020 beschlossen (Foto: Patrick Wiermer)

In den meisten Stadtteilen der Landeshauptstadt aber wird in wenigen Wochen gleich die ganze Tonne ausgetauscht. "Mit der richtigen Gelben Tonne geht's dann am 30.10. los", bestätigte Dr. Klaus Faßbender vom Zentralen Kommunalen Entsorgungsbetrieb (ZKE). Die leichte Verspätung sei auf Lieferprobleme zurückzuführen. Zunächst würden die Stadtteile Burbach, Altenkessel, Klarenthal und Gersweiler mit neuen Gelben Tonnen versorgt. Im Stadtzentrum soll das ab 1. Januar 2021 geschehen.

Zu kleines Zeitfenster

In vielen anderen Kommunen werden sich sowohl die Verteilung als auch der Start des Gelbe-Tonne-Systems wohl verzögern: Anders als Saarbrücken hatte der zuständige Entsorgungsverband Saar erst im Juni 2020 die Einführung für 43 Kommunen ausgehandelt. Und die privaten Entsorgungsunternehmen, die mit der Abwicklung beauftragt wurden, haben den Zuschlag relativ kurzfristig bekommen.

"Die Zuschläge für die Entsorger, die den Auftrag haben, zu sammeln und die gelben Tonnen aufzustellen, konnten quasi erst vor vier bis fünf Wochen die Bestellung rausgeben", erklärte Dieter Wacker vom Entsorgungsunternehmen Paulus, das für die meisten gemeinden im Regionalverband Saarbrücken zuständig ist. Bis Ende des Jahres 2020 würden wohl erst 20 bis 30 Prozent der bestellten Tonnen geliefert werden können, so Wacker, "alle weiteren Tonnen werden sukzessiv bis März/April entsprechend den Entsorgern zugestellt".

Verzögerungen in den Landkreisen

Auch in anderen Landkreisen des Saarlandes ist offenbar ebenfalls mit Verzögerungen bis ins Jahr 2021 hinein zu rechnen.

Das Entsorgungsunternehmen Paulus ist für die Gemeinden des Regionalverbands Saarbrücken – ausgenommen die Stadt Saarbrücken selbst - zuständig. Dieter Wacker von der Firma Paulus rechnet damit, dass den Entsorgern erst zwischen März und April alle bestellten Tonnen zugestellt werden können. Für die Stadt Saarbrücken soll es bereits pünktlich im Januar losgehen, denn die hatte die Einführung der gelben Tonne schon letztes Jahr, ganz unabhängig vom EVS, beschlossen.

Ähnlich sieht es nach Angaben der zuständigen Entsorgungsfirma im Landkreis St. Wendel aus. Auch hier wieder ausgenommen die Stadt St. Wendel. Dort sollen die Tonnen bis Jahresende stehen. Die Entsorgungsfirma im Landkreis Neunkirchen plant, die Tonnen ab November zu verteilen, kann eine Verzögerung aber nicht ausschließen.

Beim Landkreis Saarlouis steht noch nicht endgültig fest, welche Firma überhaupt zuständig ist. Nur das Entsorgungsunternehmen für den Saar-Pfalz-Kreis und den Landkreis Merzig-Wadern ist zuversichtlich, dass dort bis Ende des Jahres alle ihre Gelbe Tonne haben.

Mehr zum Thema im Archiv:

30 Jahre "Grüner Punkt"
"Recycling ist gut, Abfallvermeidung ist besser"
"Wirf jede Verpackung, auf die der Grüne Punkt gedruckt ist, in den Gelben Sack bzw. die Gelbe Tonne." Früher landete alles im Restmüll. Das Recyclingunternehmen "Grüner Punkt" ist heute vor genau 30 Jahren gegründet worden. Roland Kunz hat mit Thomas Fischer, dem Leiter Kreislaufwirtschaft bei der Deutschen Umwelthilfe, darüber gesprochen, ob sich das bewährt hat und wie sich die Recyclingquoten in Deutschland entwickelt haben.

Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 13.10.2020 auf SR 2 KulturRadio. Das Symbolbild ganz oben zeigt eine Entsorgungsfachkraft beim Leeren zweier "Gelber Tonnen" (Archivfoto: SR Fernsehen).

Artikel mit anderen teilen

Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja