Beherbungsverbot: "Es bleibt etwas unübersichtlich"

"Es bleibt etwas unübersichtlich"

Ein Gespräch mit Berlin-Korrespondentin Claudia Plaß über das partielle Beherbergungsverbot für Reisende innerhalb Deutschlands

Kai Schmieding. Onlinefassung: Rick Reitler   08.10.2020 | 07:45 Uhr

In den meisten Bundesländern gelten ab sofort strengere Regeln für den innerdeutschen Reise- und Urlaubsverkehr. Doch nicht alle Bundesländer wollen mitmachen, und auch der Landkreistag und die Hotelbranche kritisieren das Beherbungsverbot, berichtet Berlin-Korrespondentin Claudia Plass im SR-Interview.

Die meisten Regierungschefs der Bundesländer haben am 7. Oktober neue Corona-Einschränkungen beschlossen. Die Begründung: Man wolle angesichts steigender Corona-Zahlen die Gesundheitsämter nicht überfordern und die Infektionsketten besser nachverfolgen.

Beherbungsverbot

Es gelten damit nun auch für den innerdeutschen Reise- und Urlaubsverkehr strengere Regeln. Wenn man beispielsweise aus einem als solches deklarierten "Risikogebiet" auf deutschem Boden in eine andere Stadt innerhalb Deutschlands fährt, dürfen die dortigen Hotels, Pensionen oder Ferienwohnungen den Gast nicht mehr übernachten lassen. Das Beherbungsverbot kann nur durch einen negativen PCR-Test ausgehebelt werden, der nicht älter als 48 Stunden sein darf.

Nicht alle machen mit

Die Länder Berlin, Nordrhein-Westfalen und Thüringen wollten vorerst nicht mitmachen - und Niedersachsen und Bremen wollten die neuen Vorschriften erst noch prüfen, berichtet Berlin-Korrespondentin Claudia Plass im Gespräch mit SR-Moderator Kai Schmieding. Zudem sei der private Familienbesuch und der Pendlerverkehr nicht vom Beherbergungsverbot betroffen. "Es bleibt etwas unübersichtlich", fasste Plass den Stand der Dinge zusammen.

Der Landkreistag lehne die Beschränkungen zudem ab: Er halte "die Regelungen für überzogen, die Reisebeschränkungen seien eben schwer zu begründen und nicht leicht zu vermitteln", so Plass.

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Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 08.10.2020 auf SR 2 KulturRadio. Das Symbolbild ganz oben zeigt ein ungenutztes Hotelbett (Archivfoto: Pixabay/dansamu).

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