Tichanowskaja bittet Berlin um weitere Sanktionen gegen Lukaschenko

Tichanowskaja bittet Berlin um weitere Sanktionen gegen Lukaschenko

Ein Gespräch mit ARD-Korrespondent Kai Küstner über den Besuch der belarussischen Oppositionsführerin bei Angela Merkel

Kai Schmieding. Onlinefassung: Rick Reitler   07.10.2020 | 07:45 Uhr

Am 6. Oktober war die belarussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja zu Gast im Bundeskanzleramt, um für härtere EU-Sanktionen gegen die Regierung Lukaschenko zu werben. Angesichts der derzeit angespannten Beziehungen zum Kreml ein schwieriges Unterfangen, meint Korrespondent Kai Küstner im SR-Interview.

Seit mehr als zwei Monaten kommt das osteuropäische Land Belarus kaum zur Ruhe: Seit der erneuten Wahl des langjährigen Präsidenten Aljaksandr Lukaschenko gehen tausende seiner Gegner auf die Straße.

Tichanowskaja im Kanzleramt

Die Anführerin der Proteste, die belarussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja, hatte sich schon nach ein paar Tagen ins Exil abgesetzt, um um internationale Hilfe zu bitten. Am 6. Oktober war sie auch zu Gast im Bundeskanzleramt, um für härtere EU-Sanktionen gegen die Regierung Lukaschenko zu werben. Für Brüssel-Korrespondenten Kai Küstner "ein klares Signal auch an Machthaber Lukaschenko in Belarus, dass man diese Wahl nicht anerkennt".

Merkel soll vermitteln

Am liebsten hätte es Tichanowskaja wohl, wenn Kanzlerin Angela Merkel eine Vermittlerrolle einnehmen würde, sagte Küstner im Gespräch mit SR-Moderator Kai Schmieding. Bei Lukaschenko sei allerdings keine Bereitschaft erkennbar, sich gemeinsam an einen Tisch zu setzen. Angesichts der angespannten Beziehungen zwischen der deutschen und der russischen Regierung sei wohl derzeit auch kaum auf Unterstützung durch Wladimir Putin zu rechnen.

Hintergrund:

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Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 07.10.2020 auf SR 2 KulturRadio. Das Bild ganz oben zeigt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am 06.10.2020 beim Treffen mit der belarussischen Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja (l) im Bundeskanzleramt Berlin. Tichanowskaja hat bei ihrem Besuch in Berlin zu mehr Unterstützung des Westens aufgerufen. (Foto: Jesco Denzel/Bundespresseamt/dpa)

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